SP-Lindenmayr: Wien widmet Unfallforschung und Unfallverhütung
breites Augenmerk
Utl.: Individuelles Fehlverhalten im Verkehr für politisches Kleingeldmünzen ungeeignet =
Wien (SPW-W) - "Gerade die Stadt Wien nimmt seit vielen Jahren bei
der Verkehrs-Unfallforschung und bei Maßnahmen zur Unfallverhütung
eine Vorreiterrolle ein. Das spiegelt sich auch im jahrelangen
deutlichen Rückgang der Zahl der Verkehrsunfälle mit Toten und
Verletzten wider. In jüngerer Zeit ist jedoch bedauerlicherweise zum
Teil eine gegenläufige Entwicklung, hauptsächlich durch die Häufung
von individuellem Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern,
festzustellen. Das ist Anlass für die Stadt, das umfassende Spektrum
der Unfallverhütungsmaßnahmen weiter zu intensivieren. So werden
bauliche Maßnahmen, wie die Schaffung von Lichtsignalanlagen für
FußgängerInnen, die Errichtung von Fahrbahnteilern und
Fußgängerinseln, die Vorziehung von Gehsteigen in Kreuzungsbereichen,
die Entschärfung von prekären Verkehrspunkten usw. laufend
fortgesetzt, wie ebenso Sicherheitskampagnen in den Medien der Stadt
durchgeführt werden", stellte Dienstag der Vorsitzende-Stellvertreter
des Verkehrsausschusses des Wiener Gemeinderates, SP-Gemeinderat
Siegi Lindenmayr, in einer Replik im Pressedienst der SPÖ Wien zu der
von der ÖVP und den Grünen angesprochenen Thematik und der damit
verbundenen Kritik an der Stadt Wien fest.
Der Gemeinderat erinnerte daran, dass bauliche
Verkehrssicherheitsinitiativen nicht immer auf die Zustimmung sowohl
von Anrainern, Parteien und jeweils bestimmten
VerkehrsteilnehmerInnen stießen und es deshalb nicht immer leicht
wäre, entsprechende Maßnahmen auch umzusetzen. Lindenmayr: "Dazu
kommt noch, dass politisch motivierte, individuelle und aus der Hüfte
geschossene Sichtweisen über die Unfallursachen oftmals den
Ergebnissen wissenschaftlicher Studien nicht standhalten. Nirgends
ist z.B. wissenschaftlich untermauert, dass die Grün-Blink-Phase in
Österreich eine der Hauptursachen für die Zunahme von Unfällen mit
FußgängerInnen ist. Blinkt das grüne Licht einer Lichtsignalanlage
vor einer Kreuzung oder vor einem Fußgänger-Übergang, so leuchtet das
rote Lichtsignal für die Fußgänger weiterhin. Dies könne rationalen
Überlegungen zu Folge, also nicht die wesentliche Ursache für Unfälle
mit Fußgängern sein", erklärte Lindenmayr. Auch für die Fußgänger
schaffe seiner Überzeugung nach, so der Mandatar, das grüne
Blinklicht bei den Fußgängerampeln Sicherheit, weil es anzeige, dass
nun rasch die Fahrbahn überquert werden müsse.
Erstaunt zeigte sich der SP-Mandatar über die Forderung von
VP-Verkehrssprecher Gerstl nach Temporeduzierungen. Lindenmayr: "In
den Bezirken sind es gerade oftmals die ÖVP-MandatarInnen, die sich
gegen eine solche Maßnahme vehement aussprechen. Kollege Gerstl wäre
jedenfalls gut beraten, sich zuerst mit seinen Parteikollegen in den
Bezirken abzusprechen, bevor er frisch von der Leber weg eine solche
Forderung erhebt. Jedenfalls unterstreicht die Forderung Gerstls
einmal mehr die Zerrissenheit und damit die Unglaubwürdigkeit der
Wiener ÖVP auch in Verkehrsfragen".
Abschließend meinte Lindenmayr, dass es in erster Linie Aufgabe
aller am Verkehrsgeschehen Beteiligter sein müsse, auf der Grundlage
des Vertrauensgrundsatzes selbst den wichtigsten Beitrag zur
Verkehrssicherheit zu leisten. "Wer meint, individuelles
Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern unbedingt mit dem Münzen von
politischem Kleingeld verbinden zu müssen, der leistet jedenfalls
keinen essenziellen Beitrag zur Hebung der Verkehrssicherheit",
schloss Lindenmayr. (Schluss)
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SPÖ Klub Rathaus, Presse
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