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Bettina Stadlbauers Blog

Hier auf Campa werde ich regelmäßig über meine Arbeit bei den SPÖ Bundesfrauen berichten.

Öffentlich, seit 2007-12-05 12:27:52 eröffnet von Bettina Stadlbauer

Letzte Änderung: 2009-06-29 09:42:25

Verharmlosung von Missachtung von Frauenrechten in "Private Practice"

Bettina Stadlbauer schreibt am 2009-04-07 14:40:44

an und für sich ist "private practice" eine meiner lieblingssendungen: schöne menschen, optimale lösung von problemen, hot lovestories, ... -- alles, was zu einem chilligen fernsehabend dazu gehört. aber die gestrige sendung auf orf1 hat mich doch einigermaßen irritiert. eine junge afghanin wollte sich von der gynäkologin im team, addison, ihre jungfräulichkeit operativ wieder herstellen lassen. sie behauptete vergewaltigt worden zu sein und wollte nun einen afghanischen mann heiraten, um ihre eltern vor der misere in amerika zu retten. etwas später stellte sich heraus, dass sie nicht vergewaltigt worden ist, sondern einen freund in amerika hatte, der allerdings "ein netter junge wie viele aber nicht meine zukunft ist", zitat der afghanischen frau. und sie wünscht sich nun nichts sehnlicher als einen operativen eingriff, um ihre jungfräulichkeit wieder herzustellen. addison lehnte anfangs ab, um "patriachale strukturen nicht aufrecht zu erhalten" (zitat), operierte dann doch, weil es der "dringende wunsch der patientin" war. so weit so schlecht! für mich stellt sich nun die frage, ob hier nicht die missachtung von frauenrechten verharmlost wird, unter dem motto: na, wenn die frau selber will!?! männer werden auch nie nach ihrer jungfräu(männ??)lichkeit gefragt, bzw. ist es auch nicht wirklich überprüfbar, ob und wie sie hergestellt werden könnte. vor einigen tagen hatte ich ein gespräch mit einer frau, die mich darauf aufmerksam machte, dass diese art der operation auch in österreich boomt. find ich furchtbar! genitalverstümmelung ist bei uns verboten, herstellung der jungfräulichkeit sollte es auch sein, zeit für eine neue gesetzesinitiative. was meint ihr?

uuups, Dörfler did it again!

Bettina Stadlbauer schreibt am 2009-03-23 20:22:26

Dörflers Aussagen sind extrem frauenfeindlich und entsprechen einem Frauenbild der 50er Jahre! BZÖ-Frauen müssten Dörfler zum Rücktritt auffordern.

Nach seinen rassistischen 'Neger'-Witzen legt der Kärntner Landeshauptmann Dörfler nun mit seinen Aussagen über Frauen in der Politik und der Stellung der Frau in der Familie nach. Mehr und mehr kommt der Gedanke auf: Das ist alles bloß ein sehr schlechter Film aus den frühen 50er Jahren. Leider ist dem aber nicht so – dieser Mann ist tatsächlich Landeshauptmann eines österreichischen Bundeslandes.

Aussagen, dass Frauen für die Politik zu sensibel sind und einen Wahlkampf nicht durchstehen würden, richten sich von selbst. Nach solchen Äußerungen müssten alle Frauen, die im BZÖ eine politische Position inne haben, Dörfler zum Rücktritt auffordern.

Es ist schade, dass Dörfler seine Vorstellungen über Geschlechtergerechtigkeit nicht bereits vor der Wahl in dieser Deutlichkeit getroffen hat – ich bin mir sicher, viele Frauen wären 'sensibel' genug gewesen, ihn nicht zu wählen.

Das Frauenproblem der ÖVP

Bettina Stadlbauer schreibt am 2009-03-10 12:09:16

in allen zeitungen ist heut zu lesen: Die övp hat ein frauenproblem! drei tiroler övplerinnen sind am frauentag zurück getreten, weil sie in ihrer partei nicht ernst genommen werden und ihre anliegen und beschlüsse ignoriert werden. der generalsekretär der övp meint, dass die övp nicht dort sei, wo sie hingehöre, dass sie einen gewissen bedarf an engagierten frauen habe. eine quote lehnt er allerdings ab. so weit so unkonsequent! eigentlich kann´s mir ja egal sein, welches problem die övp mit den frauen hat und umgekehrt. nein, eigentlich könnte es mich ja auch freuen, wenn nicht ... -- auch innerhalb der spö ist ja nicht alles eitel wonne. wir allerdings setzen auf quoten und rechtliche bestimmungen. wir fordern, den frauenanteil in allen gesellschaftlichen bereichen zu erhöhen und wo immer es notwendig ist, dies mit vorgegebenen quoten. nur das kann funktionieren, good will alleine bringt uns nichts. ich würde mir wünschen, dass nun auch die övp frauen bündnispartnerinnen werden, wenn es um die einführung einer gesetzlichen quote zur hebung des frauenanteils in den parteien, in aufsichtsräten, in führungspositionen usw. gäbe. ein versuch wär´s wert!

Frauentag 2009 - Jetzt nicht locker lassen. Fairness für Frauen!

Bettina Stadlbauer schreibt am 2009-03-05 12:31:06

wollte eigentlich auf Pennys Blog einen Kommentar abgeben, aber das ist mir nicht gelungen, drum ein eigener Blog :-)

Heut ist der Reigen der Frauentagsveranstaltungen eröffnet worden. Ich muss Penny recht geben, es ist sehr erfrischend, mit den jungen Frauen gemeinsame Aktionen durchzuführen! Vielen, vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit!

Die SPÖ ist die Partei für Frauen. Beweis dafür ist, dass die Frauenforderungen im Regierungsprogramm eindeutig eine sozialdemokratische Handschrift tragen. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise besteht für Frauen aufgrund ihrer oft prekären Beschäftigungsverhältnisse erhöhte Gefahr, dass sie als erste unter die Räder kommen. Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten, das verpflichtende, kostenlose letzte Kindergartenjahr, ein faires Einkommen, Förderung von Frauen am Arbeitsmarkt, das Einkommensabhängige Kindergeld, den Papa-Monat, und steuerliche Entlastung für Familien sind zentrale Forderungen der SPÖ Frauen.

Die SPÖ steht auf der Seite der Frauen, nimmt ihre Ängste und Sorgen ernst und setzt Aktionen!

90 Jahre Frauenwahlrecht - eine Nachlese!

Bettina Stadlbauer schreibt am 2009-02-18 17:28:11

Am 16. Februar 1919 durften Frauen in Österreich das erste Mal bei einer Wahl ihre Stimme abgeben.

Zu diesem Anlass produzierten die SPÖ Frauen den Film "90 Jahre Frauenwahlrecht sind nicht genug". Gestern - also 90 Jahre und einen Tag nach dem historischen Ereignis - gab es im Filmcasino die Filmpremiere. Eine - meiner Meinung nach und auch nach diversem Feedback - durchaus gelungene Veranstaltung.

1892 wurde die Forderung nach einem Frauenwahlrecht das erste Mal in ein Programm der Sozialdemokratie aufgenommen. 27 Jahre später - also gar nicht so lange für eine Frauenforderung :-) - war die Forderung umgesetzt. Obwohl es davor noch großes Misstrauen gegeben hat. Es gab (männliche) Überlegungen, wonach das Frauenwahlalter höher sein sollte als das der Männer oder dass für Frauen die Wahlpflicht eingeführt werden sollte, damit sich "die uninformierten Frauen der Wichtigkeit ihres Tuns" bewusst werden. Dies hat sich nicht durchgesetzt.

Allerdings gab es verschieden färbige Stimmzettel bzw. Kuverts für Frauen und Männer. Was sich wie ein Traum für jedes Meinungsforschungsinstitut anhört, wurde bis 1958 praktiziert. Erst 39 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts wurde 1958 der amtliche Stimmzettel eingeführt, für Männer und Frauen gleich. Zumindest bei der Abgabe der Stimme herrschte jetzt Gleichheit (ist immerhin auch erst 51 Jahre her).

Nach Einführung des Frauenwahlrechts und der Tatsache, dass nun auch Frauen gewählt wurden, war der nächste Schritt: Frauenforderungen!

Die ersten waren:
- Gleicher Zugang für Frauen und Mädchen zu Ausbildung und Beruf
- Gleicher Lohn für gleiche Leistung
- mehr Kindergärten
- ein umfassendes Sozialversicherungssystem und ein verbessertes Arbeitsrecht
- die Einführung der Scheidbarkeit von katholischen Ehen
- die Aufhebung des Verbots von Verhütungsmitteln
- die Einführung einer Fristenregelung bei Schwangerschaftsabbruch

Heute schreiben wir das Jahr 2009. Viel wurde erreicht, aber die eine oder andere Forderung ist uns noch sehr bekannt, oder?

90 Jahre Frauenwahlrecht sind nicht genug!

P.S.: Der Film kann ab sofort in der jeweiligen Landesfrauenorganisation für Veranstaltungen angefordert werden

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