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LAPP BLOG 2010

Erfahrungen direkt aus der Politik. Erlebnisse direkt von den Couloirs des Parlaments. Als Abgeordnete, als Präsidentin der Wiener Sozialdienste, als Rote gibt es viel zu berichten, das ihr sonst nirgendwo lesen könnt. Wenn ihr weiterhin dabei sein wollt, würde es mich freuen - Eure Christine Lapp www.christinelapp.at

Öffentlich, seit 2008-07-23 15:15:02 eröffnet von Christine Lapp

Letzte Änderung: 2010-01-05 14:09:46

Der "Wohltäter" und Bahnbrecher Soros

Christine Lapp schreibt am 2010-06-13 12:46:35

George Soros wird heute in der Presse porträtiert. Bewundernd schreibt die Autorin über die Magierfähigkeiten des Finanzspekulanten, der in 30 Jahren ein Vermögen von 9 Mrd Dollar hat. Herausgestrichen wird, dass Soros als einer der ersten die sogenannten Leerverkäufe abgewickelt hat. Jene Leerverkäufe, die Martin Schulz und Sigmar Gabriel beim gestrigen Bundesparteitag so beschrieben haben: Ohne reale Handlungen werden Versicherungen und andere Finanzprodukte nicht nur an den jeweiligen Kunden, sondern auch noch an Dritte verkauft. Ringelspiel ohne Anfassen sozusagen.


Lobend wird auch in der Presse erwähnt, dass dieser Finanzguru nicht nur in seiner Aktienwelt schwebt, sondern auch als phänomenaler Wohltäter auftritt. Er spendet über sein "OpenScience Institut" 500 Mio Dollar pro Jahr. Sonst wird er als ziemlich lässiger Typ beschrieben, der den Pfund durch wildes Wetten darauf, dass er verlieren möge, ins Abseits taumeln ließ.


Zum Abschluß bedanke ich mich als Leserin, dass es Soros genau richtig findet, dass die Finanzwelt jetzt mit Regeln versehen wird und dass er natürlich maßgeblich dazu beigetragen hat. Soros der Held der Regulierung und nicht Soros der Held des Kasinokapitalismus. Danke, Danke, Danke.

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Kaufkraft ist Schutzschild

Christine Lapp schreibt am 2010-06-09 11:26:19

Untergetaucht in den aktuellen Nachrichten ist, dass die Steuerreform vom letzten Jahr voll gewirkt hat und die ÖsterreicherInnen mehr Geld zur Verfügung hatten, was zum Abfedern der Krise sehr wichtig ist. Der Konsum der Österreicherinnen hat sich als Schutzschild in der Krise erwiesen. Es kommt darauf an, dass dieses Pflänzchen weiter gedeihen kann, damit  unsere Wirtschaft eine positive Kraft verspüren kann. Deswegen sind Investitionen und Maßnahmen zu mehr Beschäftigung unabdingbar. Klug Sparen in einem Mix aus Invest und Effizienzsteigerung ist wesentlich effektiver . "Die Kaufkraft der Österreicher hat sich 2009 trotz Krise erhöht. Der nominelle Zuwachs erreichte laut KMU Forschung Austria 4,6 Prozent gegenüber dem Jahr davor. In Summe standen Einkommen in Höhe von 135 Mrd. Euro zum Ausgeben zur Verfügung. Dank der marginalen Jahresinflation von nur 0,5 Prozent stieg die Kaufkraft real um 4,1 Prozent. ...Fiskal- und sozialpolitische Maßnahmen hätten sich im Vorjahr positiv auf die Kaufkraft der Bevölkerung ausgewirkt und so zu einem stabilen Konsumklima beigetragen." so wird eine Studie der KMU-Forschung Austria in der APA zitiert.


Darauf gilt es auch bei der Erstellung von Budgets zu achten. Aussagen, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, richten sich meiner Meinung an jene Manager, die Boni trotz Flaute kassieren und an jene, die mit Währungen und  Rohstoffen  spekulieren und dabei auf sinkende Kurse setzen, um dann hohe Gewinne einzustreifen. Jede Gurke muss in Europa ein gewisses Maß haben, warum gilt das nicht für finanzielle Tranksaktionen?Mühsam schleppen sich europäische Regierungschefs dahin, doch der kommende G 20 Gipfel kann sich nicht auf Eingriffe in Finanzsysteme einigen. Ist das der einzige Bereich, der keine Kontrolle verträgt? Mehr Demokratie für den Finanzsektor  - Zeit wird´s.

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Buchliebling 2010

Christine Lapp schreibt am 2010-05-19 10:04:57

Zwei Tage Klubtagung in Frauenkirchen, eine Diskussion im Pflegenzentrum Weppersdorf und am Abend noch eine Einladung zum Buchliebling. Gehetzt komme ich im Rathaus an und freue mich als jahrzehntelange "Leseratte" auf einen Abend, in  dem das Buch im Mittelpunkt steht.


Die gestrige Gala Buchliebling 2010 bot einen fulminanten Abend mit dem Motto Bücher und "Buchmenschen". Ich saß auf Tisch 26 im Festsaal des Wr. Rathauses und habe mich gut unterhalten und noch dazu auch einiges gelernt. So erklärte mir mein Tischnachbar, dass man jeden Tag 120 Stundenkilometer durchgehend laufen müßte, um mit den täglichen Neuerscheinungen am weltweiten Buchmarkt Schritt zu halten. Der Tischnachbar, ein bekannter Allround Kunstschaffender meinte, dass es wahrscheinlich leichter sei, ein Manuskript aus einem Fenster zu werfen und mit diesem Manuskript zufällig einen Verleger zu treffen, der dann Interesse an dem Werk finden könnte, als wenn man ein Manuskirpt an einen Verlag zur Begutachtung schickt. 


Der Moderator der Gala stolperte auf Grund seines großen Lampenfiebers durch den Abend, ärgerte sich über die Musikgruppe und verlangte von den LaudatorInnen knappe Wortmeldungen. Ein Buch, das mit Bastelanleitungen etc zum Glücklichwerden anregt, wurde als Hörbuch gewürdigt, der Verleger des Buchs der Rekorde bedankte sich dafür, dass dieses Buch gerne verschenkt und seltener gelesen wird. Das Buch Keinohrhasen wurde mit dem Titel Kleinohrhasen vorgestellt. 


Wilde Schwäne gewinnt den Preis für das beste Buch in der Kategorie "Menschenrechte" und ist mit der Lebensgeschichte dreier Generationen chinesischer Frauen prall gefüllt. Ein packendes Buch als Spiegel chinesischer Geschichte der letzten hundert Jahre.


Niavarani bekommt mit seinem Buch "Vater morgana" ebenfalls einen Buchliebling und entschuldigt sich dafür, dass er wochenlang die Bestsellerlisten blockiert hat.


Empfehle den Veranstaltern mehr Regie für diese wichtige Gala, die das Thema Buch und Büchermenschen im Zentrum hat. Eine erfolgreiche und stimmungsvolle Würdigung mit Spaß und Unterhaltung, aber auch Ernst und Tiefe, würde diesen Abend zum Top-Event des Jahres machen.

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Awaren feiern in Simmering

Christine Lapp schreibt am 2010-05-15 19:37:04

Die Siedlung Awaren in Simmering feiern heute ein Fest. Zelte sind aufgestellt, Griller angeworfen, Kinder werden geschminkt. Das Wetter ist regnerisch und wird immer stürmischer, dennoch finden viele Leute bei den Awaren zueinander und trotzen den Stürmen und den Regenschauern. Zwischen Zentralfriedhof und der Zentralwerkstätte der Wiener Linien haben sich viele Menschen ein neues Idyll geschaffen und wissen das auch entsprechend zu feiern. Die Stimmung ist beschwingt und freut mich, denn "Miteinander" ist hier kein Schlagwort, sondern wird gelebt und ist Siedlungskultur. Meine Hochachtung den Simmeringer Awaren zu ihrer Wetterfestigkeit und ihrer Festkultur!

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RH zu Berufsschule und Wissenschaft und FHs

Christine Lapp schreibt am 2010-05-06 08:52:24

Der Rechnungshofausschuss hat heute Bildung und Wissenschaft auf der Agenda. Es wurde die Effizienz im Berufsschulwesen geprüft und für sehr lobenswert hervorgehoben. Das Qualitätsmanagementsystem ist umfassend, die Schulen gut ausgestattet und es gab nur wenig Unterrichtsausfälle, außerdem schließen die meisten SchülerInnen die Berufsschule erfolgreich ab. Bemängelt wird, dass die Berufsorientierung an den Sekundarstufen zu wenig ausgeprägt sei und daher die Jugendlichen auf der Suche durch das Bildungswesen und später in die Berufsschule eintreten, das wiederum verursacht Kosten von 67 Mio €. Meine erste Frage galt den Prüfern ob sie Jugendliche in der Pubertät kennen und deren Suche nach ihrem eigenen Weg. (Ihre Kinder waren darüber schon hinweg....)


Bei der Schulaufsicht gibt es noch viel zu tun und im Wissenschaftsbereich hat sich das Betreuungsverhältnis zwischen StudentInnen und ProfessorInnen trotz Ausgliederung und höherer Personalkosten nicht verbessert.


Auch das Fachhochschulwesen steht zur Diskussion und wurde trotz großer Erfolge kritisch betrachtet. Da kommt ein Artikel in der heutigen "Presse" gerade recht, der den FHs ein tolles Zeugnis ausstellt.

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