Die EU zeigt beim Waldschutz nicht genug Ambition!
Vor über einem Jahr hat die Europäische Kommission ein "Grünbuch" zum Thema Wald und Klimawandel präsentiert. Der Sukkus des Papiers: Unsere Wälder sind vom Klimawandel - na no na - ernsthaft bedroht. Wenn nicht bald etwas geschieht, werden alle EuropäerInnen gewaltig drunter leiden.
Seitdem ist nicht viel passiert. Schon damals hat mich gewundert, dass die Kommission sich lediglich zu einem "Grünbuch" durchgerungen hat. Mit Grünbüchern werden Diskussionen über bestimmte Themen nur eingeleitet. "Grün" heißt ja: noch nicht reif, also diskussionswürdig. Ich verstehe nicht, was es hier noch zu diskutieren gibt. Die Studien liegen auf dem Tisch, die Tatsachen sind unbestritten. Ein kurzer Auszug aus den Prognosen gefällig?
Ausbleibende Niederschläge beeinträchtigen in fast allen Waldzonen die Produktivität. Nadelwälder in ganz Kontinentaleuropa werden flächenmäßig zurückgehen. Die Fichte wird sich nicht länger als Baumart in geringen Höhenlagen halten können, und Buchen werden aus dem Mittelmeerraum ganz verschwinden. In der Gebirgszone werden das Wachstum und die Lebensfähigkeit aller wichtigen Baumarten durch Trockenstress beeinträchtigt. Zudem werden die Birkenwälder bis 2100 voraussichtlich auf ein Zehntel schrumpfen. Auch das Waldbrandriskiso steigt in ganz Kontinentaleuropa.
Das alles hat auch eine unmittelbare Auswirkung auf die Artenvielfalt. Sterben die Arten aus, wird das natürliche Gleichgewicht gestört und damit ein gefährlicher Dominoeffekt ausgelöst. Verschiedene Regionen und Lebensräume können nach und nach nicht mehr bewohnt und nicht mehr nutzbar gemacht werden. Die möglichen Folgen - Arbeitslosigkeit, Unsicherheit, Abwanderung - wären unser aller Schrecken. ForscherInnen schätzen, dass uns der Ersatz der "natürlichen Dienstleistungen" bald sieben Prozent des weltweiten Brutto-Produktes kosten wird...
42 Prozent der Landschaft in der EU besteht aus Wald; trotzdem entfällt auf Wälder nur ein Prozent der Gelder, die für die Agrarpolitik der EU ausgegeben werden. Das ist zu wenig!
Ich frage mich deshalb, worauf die Kommission eigentlich wartet. Sie sollte so bald wie möglich ein "Weißbuch" mit konkreten, rechtsverbindlichen Maßnahmen vorlegen. Das Europäische Parlament macht in dieser Sache ordentlich Druck. Wir EU-Abgeordneten fordern, dass die EU sich des Themas "Schutz des Waldes und Klimawandel" so bald wie möglich in einer interdisziplinären und nachhaltigen Art und Weise annimmt.

Karin Kadenbach schreibt am 2011-05-18 10:21:34
Petra "Penny" Bayr schreibt am 2011-04-06 22:33:15
Eine spannende Diskussion fand heute abends im Bildungszentrum der SPÖ Wien statt. Gemeinsam mit Niklas Schinerl von Greenpeace, Wolfgang Kromp von der BOKU und Andreas Molin vom Umweltministerium hab ich die Frage diskutiert, wie konkret ein Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist. Wie können wir den Engergiehunger stillen und dabei sinnvoll und effizient mit der Energie umgehen? Wie können wir Strom aus erneuerbaren Energiequellen sinnvoll fördern? Und können Atomkraftwerke eigentlich je sicher sein?
Wenn auch so relativ moderne und auf technisch dem neuesten Stand gebaute AKWs wie in Japan keineswegs sicher vor Naturkatastrophen sind - und auf Erdbeben, Tsunamis und Überflutungen hat die Menschheit keinen Einfluss - dann ist es höchst an der Zeit, dass die Atomlobby ihrer selbst ausgerufenen Renaissance ein Ende setzt. Es ist bitter genug, dass die globale Energiepolitik in den letzten 25 Jahren seit Tschernobyl nichts gelernt hat und nach wie vor auf Risikotechnologie setzt und dass erst ein neuerlicher Unfall wie der in Fukushima passieren musste, dass jetzt die Diskussion wieder in Gang kommt.
Heute hat auf der Uni Wien eine Diskussion mit dem Gentechnik-Rebell Persy Schmeiser stattgefunden, in der er, selbst kanadischer Bauer, eindrucksvoll seinen Kampf gegen die Allmachtsphantasien des Gentechnik-Konzerns Monsanto geschildert hat. Immerhin mit dem Ergebnis, dass das kanadische Patentgesetz geändert worden ist - aber auch mit der Erkenntnis, dass die einmal ausgekreuzten gentechnisch manipulierten Sequenzen unabänderbar für alle Zeiten auf den kanadischen Feldern sind.
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