Aus meiner Sicht ist der gestrige Gehaltsabschluss für die öffentlich Bediensteten eine Magermilch mit Fettaugen geworden. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Den Polizistinnen und Polizisten, Krankenschwestern und Lehrerinnen und Lehrern die Teuerung auszugleichen, geht für mich in Ordnung.
Mir ist es besonders wichtig, dass die kleinen Einkommen mehr bekommen als die BestverdienerInnen. Jene Bediensteten, die im öffentlichen Dienst am wenigsten verdienen, sind für mich die GewinnerInnen dieses Gehaltsabschlusses. Die Reinigungskraft, die derzeit rund 1.300 Euro brutto monatlich verdient, wird ab 1. Jänner 2010 eine Gehaltserhöhung von ca. 1,2 Prozent bekommen. Dem Sektionschef hingegen wird ab Jänner nur die Inflation abgegolten.
Mit diesem Ergebnis bin ich zufrieden. Beide Seiten – Regierung und GÖD - haben sich aufeinander zu bewegt. Unsere Ausgangslage war eine Erhöhung von 0,5 Prozent, die GÖD-Forderung lag bei 1, 5 Prozent. Wir haben uns in der Mitte getroffen.
Der Finanzminister hat in der Verhandlung mehrmals betont, dass die finanziellen Mittel für diese Gehaltserhöhung zur Verfügung stehen. Er hat klar gemacht, dass es finanzierbar und leistbar ist. Mir war wichtig, mit dem zur Verfügung stehenden Geld sorgsam und verantwortungsbewusst umzugehen. Aber ich bin die Letzte, die den öffentlich Bediensteten eine Abgeltung der Inflation in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten nicht gönnt. Mir war wichtig, dass jene Bediensteten, die wenig verdienen, mehr bekommen als Besserverdienende.
Hier noch eine kleine Überblickstabelle über die prozentuellen Erhöhungen:
Funktion Erhöhung in Prozent
SektionschefIn 0,946%
Stv. SektionschefIn 0,957%
AkademikerIn (alt) 0,980%
AkademikerIn 12 Jahre Berufserfahrung 1,014%
MaturantIn mit langer Berufserfahrung 1,043%
AkademikerIn 1,082%
PflichtschullehrerIn - Berufseinstieg 1,122%
SachbearbeiterIn 1,135%
Hilfsdienst - Handwerk 1,167%
Hilfsdienst 1,190%