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Frauen-Leben

Blog der Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst

Öffentlich, seit 2009-09-02 12:32:41 eröffnet von Gabriele Heinisch-Hosek

Letzte Änderung: 2009-09-03 17:10:29

gleich=fair: Equal Pay Day - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

Gabriele Heinisch-Hosek schreibt am 2009-09-29 20:42:05

Podiumsdiskussion Equal Pay Day

 

 

Der "Equal Pay Day" ist jener Tag im Jahr, von dem an Frauen, statistisch gesehen, bis zum Jahresende gratis arbeiten, während ihre männlichen Arbeitskollegen weiterhin entlohnt werden. Das heißt, ab diesem Tag arbeiten die Frauen in Österreich bis zum Jahresende gratis, während die Männer für ihre Arbeit weiter bezahlt werden. Heuer fiel der Equal Pay Day auf den 27. September und aus diesem Anlass heraus veranstalteten wir gestern, 28. September, eine Podiumsdiskussion Equal Pay Day - Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?" bei mir im Büro der Frauenministerin. Meine MitdiskutantInnen waren ÖGB-Präsident Erich Foglar (www.oegb.at), ÖAAB-Generalsekretärin Beatrix Karl (http://www.oeaab.com/), Autorin Elfriede Hammerl (http://www.elfriedehammerl.com/) und Telekom-Kommunikationschefin Elisabeth Mattes (www.telekom.at)  Falter-Redakteurin Barbara Toth (www.falter.at) moderierte.

 

Das Podium und auch das Publikum garantierte heftige Debatten über die Frage, wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit herstellbar sei.  Mein Modell eines ersten Schritts zur Verringerung der Einkommensschere war dazu klar definiert: Wir wollen uns am Modell Schweden orientieren. Die Betriebe müssen dort jährlich Gleichstellungsbilanzen und Gehaltsanalysen in Zusammenarbeit mit den ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen erstellen und daraufhin Frauenförderpläne entwickeln. Damit hat Schweden seinen Diskriminierungsprozentsatz auf sechs Prozent heruntergeschraubt, während Österreich in punkto Gleichbehandlung EU-weit an vorletzter Stelle liegt. Mehr Infos habe ich schon in diesem Blogbeitrag geschrieben: http://campa.at/home/blog/showentry/2057

 

Und auch der ÖGB Präsident Foglar schloss sich meiner Forderung an: Wenn eine Maßnahme wirksam ist, dann sei das Transparenz, denn vielfach wüssten Frauen gar nicht, dass sie weniger verdienen. Drastischer formulierte das die feministische Autorin Elfriede Hammerl: "Entlohnung ist oft ein reiner Willkürakt, die Frauen sind aber trotzdem zufrieden, weil sie nicht wissen, was ihnen eigentlich zusteht." Im Gegenzug dazu meinte die ÖAAB-Generalsekretärin Beatrix Karl als Vertreterin der ÖVP, dass in Österreich bereits eine sehr gute gesetzliche Grundlage existiere, dass man nur sensibilisieren und die vorhandenen Instrumente besser nutzen müsse. Als Vertreterin der Wirtschaft hoffte Elisabeth Mattes, dass die Forderung nach Einkommenstransparenz zur Bewusstseinsbildung beitrage, doch die Rute im Fenster  nicht für alle Betriebe notwendig sei. Frauen müssten umgekehrt auch mehr Selbstbewusstsein zeigen. Dem widersprachen sowohl Frauen im Publikum wie auch Elfriede Hammerl am Podium: Es bedürfe entsprechender Sanktionen, um das bestehende Instrumentarium wirksam zu machen, das Sensibilisieren und Appellieren sei schon zu lange unwirksam.

 

In diesem Sinne will ich bis 2013 für alle Frauen mehr Einkommensgerechtigkeit herstellen.  Daher soll die Einkommenstransparenz im Gleichbehandlungsgesetz verankert werden.

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 2

 

 

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 3

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 4

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 5

 

 

Podiumsdiskussion Equal Pay Day 6








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„gleich=fair“: Kampagne für Lohngerechtigkeit der SPÖ Frauen

Gabriele Heinisch-Hosek schreibt am 2009-09-27 14:34:34

Kampagne Lohngerechtigkeit


 


Ich bin ja nicht nur Frauenministerin sondern auch Vorsitzende der SPÖ Frauen. Daher freut es mich auch besonders, dass wir gerade auch in der Frauenorganisation eine Kampagne zur Einkommensgerechtigkeit forcieren. Unter dem Titel  „Warum nicht gleich!“ affichieren wir in ganz Österreich Plakate, machen Straßenaktionen, die auf die Einkommensschere hinweisen und verteilen Infomaterial. Im Rahmen der Kampagne bin ich dabei auch in den Bundesländern unterwegs.


 


Das erste Bundesland war am Donnerstag Niederösterreich, wo ich gemeinsam mit der Vorsitzenden der SPÖ Frauen Niederösterreich Gabriele Binder-Maier, Landeshauptmann-Stv. Dr. Sepp Leitner, der Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz und vielen FunktionärInnen  einen wirklich guten Bundesländertag erleben konnte. Begonnen hat der Tag mit einer spannenden Begegnung mit SchülerInnen in einem Gymnasium in Wiener Neustadt. Diskutiert wurden neben den Themen Arbeitswelt, Vereinbarkeit und Lohngerechtigkeit aber auch so wichtige Themen, wie Schlankheitswahn, Sexualität, Verhütung und Aufklärung. Es war ein intensiver und interessanter Austausch über Diskriminierung bei Ferialjobs, Quoten, Wiedereinstieg…Die Offenlegung der Gehälter war auch Thema bei den Betriebsbesuchen der Firma Kurri in Wiener Neustadt und Firma Hametner in Teesdorf. Firma Kurri, ein Unternehmen in der zweiten Generation geführt, ist ein metallverarbeitender Betrieb, Fa. Hametner ein Transportunternehmen, ebenfalls seit einigen Generationen in Familienhand.  In beiden Firmen sind derzeit noch überwiegend Männer beschäftigt. Es ist eine große Herausforderung für uns viel mehr junge Mädchen als bisher für typische "Männerberufe" zu interessieren.Um auf die hohen Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männer aufmerksam zu machen wurden bei Straßenaktionen in Wr. Neustadt und Baden Wäscheleinen gespannt und mit großen 100 Euro Scheinen die Gehalts- und Lohnsituation der beiden Bezirke symbolisiert. Den Unterschied plastisch und bildlich vor Augen zu haben ist immer wieder erschreckend.


 


Hier ein paar Impressionen zum Bundesländertag in Niederösterreich:



Bundesländertag NÖ 1


 


Bundesländertag NÖ 2


 


Bundesländertag NÖ 3


 


Und auch der zweite Bundesländertag im Burgenland am Freitag letzter Woche war ein großer Erfolg: Dieser lässt sich auch anhand folgender Medienberichte nachverfolgen: http://burgenland.orf.at/stories/392237/    sowie http://burgenland.orf.at/magazin/imland/mahlzeit/stories/391986/


 


Ich muss sagen, beide Bundesländertage machen Lust auf mehr! Weitere Infos dazu finden sich auf der Kampagnenwebsite: www.lohngerechtigkeit.at

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gleich=fair: Vorbild Schweden

Gabriele Heinisch-Hosek schreibt am 2009-09-25 15:55:21

 


Schweden



 


Schweden2



 


Schweden 3


 


Schweden 5


 


Schweden 4


 


Ich muss gestehen, dass Einkommenstransparenz zu einer Verringerung der Einkommensschere beitragen könnte, habe ich mir nicht selber ausgedacht. Sondern ich habe mir das Erfolgsmodell aus Schweden abgeschaut. In Sachen Gleichstellung gehört Schweden ja sowieso zu den besten Ländern der Welt. Frauen werden in der Arbeitswelt gefördert und Diskriminierungen auf Grund des Geschlechts verhindert beziehungsweise bekämpft. Da konnte ich mir erst vor kurzem bei einem Besuch in Stockholm ein Bild davon machen. Ich muss sagen, ich war ganz schön beeindruckt!


Ich habe mit Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Behörden (Antidiskriminierugnsombudsstelle - www.do.se ) , der Arbeitgeber (Schwedische Industriellenvereinigung - http://www.svensktnaringsliv.se/)   und den Gewerkschaften (http://www.lo.se/)  gesprochen und Betriebe (Firma Nycomed: www.nycomed.com) besucht, die anonyme Gehaltslisten erstellen und Gleichstellungspläne umsetzen müssen.


Und ich muss sagen: Ich bin sehr beeindruckt. Die Einkommensunterschiede sind deutlich geringer als bei uns. Frauen verdienen in Schweden nur um 6 Prozent weniger als Männer – nur deshalb, weil sie Frauen sind. In Österreich macht der Unterschied 12 bis 15 Prozent aus. Das Modell der verpflichtenden Berichterstattung der Betriebe hat sich damit als wirkungsvoll erwiesen, wenn es darum geht, Ungerechtigkeiten bei den Einkommen abzustellen. Mehr Infos zum schwedischen Modell hier: http://frauen.bka.gv.at/site/6804/default.aspx


 

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gleich=fair: Transparenz bringt offenes Betriebsklima

Gabriele Heinisch-Hosek schreibt am 2009-09-24 16:17:38

Der gestrige Start der Kampagne „gleich=fair“ hat medial ganz schön Staub aufgewirbelt (ein paar Links zu Onlineartikeln hier: http://derstandard.at/fs/1253596447343/Einkommensschere-Her-mit-dem-Kuchen, http://kurier.at/nachrichten/1941074.php,…). Das zeigt, dass wir gerade im Bereich Verringerung der Einkommensschere wirklichen Handlungsbedarf haben. Und man kann es nicht oft genug sagen: Ich gehe davon aus, dass sich alleine durch die Tatsache, dass sich die Betriebe mit den Löhnen und Gehältern ihrer MitarbeiterInnen beschäftigen, schon einiges zum Positiven verändern wird. Ich bin überzeugt davon, dass die Einkommensunterschiede durch diese Verpflichtung kleiner werden.


Es ist ja nicht so, dass es nicht auch in Österreich in einem Bereich eine lange Tradition des transparenten Einkommensschemas gäbe. Im Öffentlichen Dienst, wo  Transparenz schon eine lange Tradition hat, gibt es kaum Einkommensunterschiede bei Frauen und Männern. Beamtinnen verdienen im Schnitt nur 2 Prozent weniger als Beamte.


Und auch in der Privatwirtschaft ist ein transparentes Gehaltsschema nicht unbekannt. Ich habe erst vor wenigen Tagen Microsoft Österreich besucht, die im Betrieb offenlegen, was wer in welcher Position und in welchem Verantwortungsbereich verdienen kann. Zwar noch nicht nach Männer- und Frauengehältern differenziert, aber das ist immerhin ein Anfang. Denn diese Transparenz schafft ein offeneres Betriebsklima und verhindert Diskriminierungen.  Sicher auch ein Grund dafür wieso Microsoft Österreich heuer schon zum 2 Mal zum „Besten Arbeitgeber für Frauen“ gewählt wurde (http://www.microsoft.com/austria/presse/pressemeldung1831.mspx?ID=e783c50f-5032-4127-815d-5cdd31c226d4). Solche Best Practice Beispiele gehören einfach einmal vor den Vorhang geholt.


 Betriebsbesuch Microsoft 1


 


Betriebsbesuch Microsoft 2


 


Betriebsbesuch Microsoft 3

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gleich=fair

Gabriele Heinisch-Hosek schreibt am 2009-09-23 13:10:03

Kampagnenlogo



Heute starten Sozialminister Hundstorfer und ich die Kampagne "gleich = fair" zu gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Denn ich finde es besonders schlimm, dass Frauen bei gleicher Ausbildung, bei gleicher Berufserfahrung für die gleiche Arbeit um bis zu 15 Prozent weniger verdienen als Männer. Da haben wir es mit einer Ungerechtigkeit zu tun, die niemand in unserem Land akzeptieren kann und die unserem Land auch schadet.


 


Mit der Kampagne wollen wir zeigen, dass das Thema alle betrifft und dass gleiche Bezahlung den Frauen und den Männern Vorteile bringt. Die Gesellschaft und damit auch die Wirtschaft werden sich positiv weiterentwickeln, wenn wir diese Ungerechtigkeiten gemeinsam aus dem Weg räumen. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, bekannte Persönlichkeiten zu gewinnen, die die Kampagne "gleich = fair" mittragen. Der Schauspieler Harald Krassnitzer, die Wissenschafterin Fatima Ferreira, die Sängerin Valerie und die Kabarettistin Andrea Händler engagieren sich für dieses Anliegen( http://frauen.bka.gv.at/site/6805/default.aspx)


 


Wie wir die Einkommensschere verkleinern wollen? Um mit dem Versteckspiel bei den Einkommen ein für alle Mal Schluss zu machen, wollen wir Einkommenstransparenz gesetzlich festschreiben. Ich weiß, in Österreich redet niemand über den Lohn oder das Gehalt. Dafür haben wir nicht die Kultur. Aber es geht ja überhaupt nicht darum, einzelne Einkommen zu veröffentlichen. Es geht darum, Betriebe mit mehr als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verpflichten, sich mit den Gehältern ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Detail zu beschäftigen und die Durchschnittsgehälter in den jeweiligen Positionen und Verantwortungsbereich betriebsintern anonym offen zu legen. Ich bin mir sicher, dass sich dadurch einiges zum Positiven verändern wird. Denn Frauen wissen oft gar nicht, dass sie weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Und auch den Betrieben ist das oft nicht bewusst. Ich unterstelle keinem Unternehmen, dass den Frauen für die gleiche Arbeit weniger gezahlt wird.  Aber die statischen Daten sprechen eine klare Sprache: Frauen bekommen weniger Geld für die gleiche Arbeit - und das gehen wir jetzt an. (Link zum Einkommensbericht des Rechnungshofs: http://www.rechnungshof.gv.at/berichte/ansicht/detail/einkommensbericht-20081.html)


 


Bitte unterstützen Sie die Initiative von Rudi Hundstorfer und von mir. Bestellen Sie Kampagnenmaterial (http://frauen.bka.gv.at/site/5451/default.aspx), tragen Sie die Kampagnen-Buttons, machen Sie "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" zu einem Thema in Ihrem Umfeld.  Jedes Engagement hilft uns, unser Ziel umzusetzen.


 

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