
Das Zusammenleben zwischen ÖsterreicherInnen und MigrantInnen kann nur besser funktionieren wenn wir den Dialog verstärken, aber auch sehr klar über die Spielregeln für alle reden. Daher habe ich heute meine Dialogtour für ein besseres Zusammenleben zwischen ÖsterreicherInnen und MigrantInnen gestartet. Mir geht es bei der Tour darum, aufzuzeigen, dass beide Seiten Spielregeln einhalten müssen. Migrantische Frauen, die Männer und vor allem die Kinder sollen schnell Deutsch lernen. Gleichzeitig müssen wir ÖsterreicherInnen auch unseren Teil leisten, indem dafür gesorgt werde, dass die Menschen schnell Deutsch lernen können. Da dürfen auch die Gelder nicht gekürzt werden.
Bei der Dialogtour, die mit heutigem Tag startet und ein permanenter Prozess ein soll, gehe es darum, Vorbildprojekte für ein besseres Zusammenleben kennenzulernen. Diese Projekte möchte ich in ganz Österreich weitertragen, damit das was gut funktioniert auch in anderen Bundesländern umgesetzt werden kann. Gerade heute in Salzburg habe ich großartige Projekte kennengelernt. Der „Verein Viele“ ( http://www.verein-viele.at/index/index.php) etwa bietet Deutschkurse auf verschiedenen Niveaus an und das Interesse wird immer größer. Dieses Interesse gilt es zu fördern. Und das „Kindergartenprojekt Rucksack“ ( http://www.stadt-salzburg.at/internet/salzburg_fuer/familie/t2_184719/t2_224831/t2_233168/t2_233171/t2_225647/p2_282428.htm )
macht es möglich, dass Kinder und Eltern Deutsch und ihre Muttersprache lernen. Solche Projekte müssen wir in ganz Österreich umsetzen.
Vom heutigen Tag nehme ich mir mit, dass ich bei vielen MigrantInnen auf sehr großes Verständnis gestoßen bin, dass es wichtig ist Deutsch zu können. So hat mir eine Frau erzählt, dass sie vor mehr als 10 Jahren nur als Putzfrau in einem Hotel arbeiten konnte, obwohl sie eine deutlich bessere Ausbildung hat. Sie wollte das nicht hinnehmen und hat sofort sehr gut Deutsch gelernt und sich dann selbst Buchhaltungskurse finanziert. Heute arbeitet sie als Buchhalterin in einer größeren Firma.
Bei anderen Frauen, die ich getroffen habe, muss aber noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden. So hat mir eine Frau erzählt, dass sie seit 7 Jahren in Österreich lebt und erst jetzt mit dem Deutschlernen beginnt. Das aus meiner Sicht einfach zu spät.
Zum Schluss – ein paar Worte zur Dialogtour: Diese wird mich in den kommenden Monaten in Schulen, in Sportvereine, in Jugendeinrichtungen, in Deutschkurse für MigrantInnen, in Mutter-Kind-Zentren und Familienberatungsstellen, in Volkshochschulen und MigratInnenvereine, Kulturzentren, religiöse Einrichtungen, in Einkaufszentren und auf Märkte führen. Und es werden zahlreiche Treffen mit MeinungsbildnerInnen in den einzelnen Communities und MultiplikatorInnen stattfinden. Damit will ich einfach ein Zeichen gegen die Strache-Politik des gegeneinander Aufhetzens setzen.

