Hallo, p.T. LeserInnen meines Weblogs!
Gestern habe ich beim Surfen im Internet zufällig das Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie mit dem Namen „Das Rote Wien“ entdeckt. Ich finde die Site hervorragend und adäquat, obwohl der Copyright-Hinweis 2005 eigentlich aussagt, dass sie schon einige Tage lang im Web sein sollte. Leider dürfen noch nicht allzu viele andere Seiten auf diese wichtige Internetinstitution verweisen.
Was habe ich sofort nachgeschaut?
Klar – sofort schnell zum Buchstaben F und dann nach „Freundschaft“ Gesucht.
Zu Beginn der zwanziger Jahre grüßten sich die Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend noch mit "Frei Heil", ein Gruß, der wahrscheinlich von den Arbeitersportverbänden übernommen worden war. Ebenfalls aus der Arbeitersportbewegung kam der Gruß "Freundschaft", der sich in den zwanziger Jahren zunächst bei den österreichischen Kinderfreunden durchsetzte und von hier nach Deutschland "exportiert" wurde.
"Freundschaft" gefiel v.a. den meisten Jugendlichen – und klang außerdem nicht so unangenehm nach "Heil Dir im Siegerkranz". Allerdings gab es zu der Frage, welcher Gruß nun der bessere sei, anfangs durchaus divergierende Meinungen und z.T. auch heftige Diskussionen. Als jedoch auf dem großen Internationalen Jugendtag in Wien im Juli 1929 Otto Felix Kanitz seine Begrüßungsansprache mit dem Gruß „Freundschaft!" schloss, schallte dem Redner aus 50.000 Kehlen das begeisterte Echo entgegen – und "Freundschaft" war endgültig etabliert.
Von den Jugendorganisationen trat der Gruß schließlich seinen Siegeszug in die gesamte sozialdemokratische Bewegung an – als Zeichen der solidarischen Verbundenheit und als ein äußeres Unterscheidungsmerkmal zum faschistisch punzierten "Heil".
Was mir noch fehlt? Beim Buchstaben C vor dem Josef Cap noch Campa …
Freundschaft!
Euer Gerald

Gerald Czech schreibt am 2007-04-24 22:23:28
Unlängst im Büro. Nichtsahnend und Kaffee-trinkend steht der Autor in der Lounge, als hinterrücks eine vertraute Melodie zu hören ist. "Völker hört die Signale ..."