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Freundschaft!

Gerade heute habe ich den Film mit Erwin Steinhauer und Rupert Henning gesehen und dabei an vieles gedacht. Hoffentlich genug, um einen blog zu füllen?

Offen, seit 2006-09-24 23:13:31 eröffnet von Gerald Czech

Letzte Änderung: 2007-01-05 13:37:59

Das Rote Lexikon

Gerald Czech schreibt am 2007-04-24 22:23:28

Hallo, p.T. LeserInnen meines Weblogs!

Gestern habe ich beim Surfen im Internet zufällig das Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie mit dem Namen „Das Rote Wien“ entdeckt. Ich finde die Site hervorragend und adäquat, obwohl der Copyright-Hinweis 2005 eigentlich aussagt, dass sie schon einige Tage lang im Web sein sollte. Leider dürfen noch nicht allzu viele andere Seiten auf diese wichtige Internetinstitution verweisen.

Was habe ich sofort nachgeschaut?

Klar – sofort schnell zum Buchstaben F und dann nach „Freundschaft“ Gesucht.

Zu Beginn der zwanziger Jahre grüßten sich die Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend noch mit "Frei Heil", ein Gruß, der wahrscheinlich von den Arbeitersportverbänden übernommen worden war. Ebenfalls aus der Arbeitersportbewegung kam der Gruß "Freundschaft", der sich in den zwanziger Jahren zunächst bei den österreichischen Kinderfreunden durchsetzte und von hier nach Deutschland "exportiert" wurde.
"Freundschaft" gefiel v.a. den meisten Jugendlichen – und klang außerdem nicht so unangenehm nach "Heil Dir im Siegerkranz". Allerdings gab es zu der Frage, welcher Gruß nun der bessere sei, anfangs durchaus divergierende Meinungen und z.T. auch heftige Diskussionen. Als jedoch auf dem großen Internationalen Jugendtag in Wien im Juli 1929 Otto Felix Kanitz seine Begrüßungsansprache mit dem Gruß „Freundschaft!" schloss, schallte dem Redner aus 50.000 Kehlen das begeisterte Echo entgegen – und "Freundschaft" war endgültig etabliert.
Von den Jugendorganisationen trat der Gruß schließlich seinen Siegeszug in die gesamte sozialdemokratische Bewegung an – als Zeichen der solidarischen Verbundenheit und als ein äußeres Unterscheidungsmerkmal zum faschistisch punzierten "Heil".


Was mir noch fehlt? Beim Buchstaben C vor dem Josef Cap noch Campa …


Freundschaft!

Euer Gerald

Link: http://www.dasrotewien.at/

1 Kommentare -

Die Vier da

Gerald Czech schreibt am 2007-03-23 15:35:52

"Sozi Sozi", hat das fiktive historisch-museale Projekt des Jubilars André Heller geheißen, im gestrigen Donnerstag-Nacht-Programm "Die Vier da".

So der ORFauf seiner Homepage tv.orf.at:

ANDRE HELLER PRÄSENTIERT: SOZI SOZI "Meine SPÖ"
Für diese Multimedia-Show hat der Gesamtkünstler in ganz Österreich nach noch lebenden echten Sozialdemokraten gesucht, die nun ihre längst vergessen geglaubten Fähigkeiten (Solidarität, Arbeitskampf, etc.) einem staunenden Publikum vorführen dürfen.

Anlässlich des 60. Geburtstages von Andre Heller am 22.3.07 stellt der Jubilar sein jüngstes Projekt vor: Die Erlebnispark-Fantasy-Revue "Meine SPÖ".

Höhepunkte dieses von namhaften Großkonzernen gesponserten "Spektakels der Illusionen" sind unter anderem die Nachstellung einer einflussreichen Gewerkschaft und die als sentimental-poetische Clown-Nummer präsentierte artistische Blindverkostung edelster Rotweine.




Ich fand die Idee sehr gut, auch der kabarettistisch-kritische Blick auf die Erfolge der Sozialdemokratie und ihre Entwicklungen im aktuellen Kontext fand ich sehr passend.

Natürlich haben alle Akteure ihr fett abgekriegt, Alfred Gusenbauer, Joe Kalina als "Joe Caplina" der Kommunikationsprofi und Projektleiter überzeichnet.

Zum Schluss rettet die Industriellenvereinigung das sinkende Schiff und lässt den Museumszug SPÖ nur mehr im Kreis fahren ...
Ein Blick in unsere Zukunft?

Natürlich bekamen zu Beginn und am Ende Fiona und Karl-Heinz ihr fett ab, als Rahmen so zusagen.

Was meint Ihr - habt Ihr es gesehen?

Link: http://tv.orf.at/program/orf1/20070322/399812301/233445/

Es läutet?

Gerald Czech schreibt am 2007-01-05 13:47:26

Unlängst im Büro. Nichtsahnend und Kaffee-trinkend steht der Autor in der Lounge, als hinterrücks eine vertraute Melodie zu hören ist. "Völker hört die Signale ..."

Die Internationale?
DIE INTERNATIONALE?
Im Büro? So plötzlich?

Dann stellte sich bald heraus, daß ein Kollege just dieses Liedgut auf seinem Mobiltelefon als Rufton gespeichert hat. Mutig.

Dieser Rufton hat mich an meinen blog erinnert. Ups - da hab' ich seit dem Herbst kein Wort mehr geschrieben.

Meine sofortige nachhaltige Recherche im Internetz hat ergeben, daß die Internationale offenbar auf nahezu allen einschlägigen Websites verfügbar ist. Ob mono- oder Polyphon - nun kann man per quietschenden Mobiltelefon die Verdammten dieser Erde zum Aufwachen auffordern.

Eine Hörprobe von vielen, die man auf einer eigenen Webpage (http://www.hymn.ru/internationale/index-en.html) in über 30 Sprachen findet.

Natürlich gibt es einen WikiPedia-Eintrag zum Lied.

Freundschaft!

2 Kommentare -

Völker hört die Signale

Gerald Czech schreibt am 2006-09-28 22:39:17

In "Freundschaft" wird als Titelmusik - wie soll es auch anders sein - die Internationale gespielt. Eine interessantes Arrangement von Mnozil Brass, der Brass-Combo von und mit Thomas Gantsch, die auch sonst den Film mit einem dezenten Blasmusik-Teppich unterlegt haben.

Zum Schluß des cinematographischen Machwerks, oder eigentlich fast zum Schluß dann eine Szene, in der ein ganzer Ort die Internationale singt, wenn auch nur in einem feuchten Traum.

WIe wird das eigentlich bei anderen "Sozis" gehandhabt, mit der epischen Hymne der sozialdemokratie? Ist die Nummer noch im Gebrauch, bei Festen und Maiveranstaltungen? Mir ist aufgefallen, daß in meiner Umgebung viel zu wenig oft von den Signalen gesungen wird, die die Völker hören sollten -und vom letzten Gefecht ...

5 Kommentare -

berührender Film

Gerald Czech schreibt am 2006-09-24 23:26:44

Eben war ich in Freundschaft. im Film. Ein hervorragendes Werk, das jemanden mit nun über 30 Jahren an sozialistischer Sozialisierung emotional voll erwischt.
Ja, manchmal hat es mir Tränen herausgedrückt - nicht nur bei der Vorstellung, daß die Engeln im Himmel, gemeinsam mit dem Februarkämpfer die Internationale singen.

Alles in allem ein hervorragendes Sittenbild der WIener Sozialdemokratie und der Familien, die durch sie geprägt sind. In Summe, aus meiner Sicht auch guter Wahlkampfstoff, wenn es um Emotionalisierung, Reideologisierung oder auch nur um die Motivation von Genossinnen und Genossen geht.

2 Kommentare -

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