Benutzen Sie die Hilfslinks zum Navigieren in diesem barrierefreien Dokument.

Metanavigation

politik von ihrer besten site

der wutzlhofer.net - blog. eindrücke, ausfälle, pressetexte, reflexionen. alles halt, was so einen politiker zum schreiben bringt...

Öffentlich, seit 2006-10-30 20:46:59 eröffnet von Jürgen Wutzlhofer

Letzte Änderung: 2009-03-10 12:25:49

harvard für alle!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2009-11-03 12:39:02

rauschen im blätterwald. wie in einigen tageszeitungen berichtet, rangieren österreichische unis im aktuellen internationalen ranking der shanghai jiao tong university - hüstel - eher hinten:

uni ranking apa//einschub// wow! ich bin einer der glücklichen, der absolvent der absolut besten uni österreichs ist (die uni wien liegt zwischen platz 152 und 200! was für ein wert! jubel!) - trotzdem will sich stolz nicht so recht einstellen...//einschub ende//

zu genau diesem sachverhalt hatte ich am rande der letzten gemeinderatssitzung eine diskussion mit einer kollegin der övp. sie sagte sinngemäß: es sei augenfällig, dass es bei all den spitzenunis studiengebühren und andere studienplatzbeschränkungen gebe, in österreich aber nicht. insofern stellten genau diese zugangsbeschränkungen doch für alle unis den königsweg dar. sooo schön kann studieren in harvard sein...

kantine harvard (ja, das ist harvard, nicht hogwarts)

noch viel augenfälliger ist doch, dass diesen unis einfach mehr ressourcen zur verfügung stehen. und zwar viel mehr. und dass es eben in den USA nicht nur harvard gibt (oder standford, berkeley, das MIT usw.), sondern hunderte unis "für den rest". meine vorstellung von höherer bildung ist das nicht. ich bin überzeugt, dass das humboldtsche system mit der verbindung von forschung und lehre der richtige weg ist. und ich finde auch, dass es gut ist, dass in österreich nicht zwischen "luxus für wenige" und "der rest für den rest" unterschieden wird. das ist nicht zuletzt die errungenschaft sozialdemokratischer politik.

wenn man aber nicht "den rest für alle" möchte, sondern ein gut ausgestattetes universitätswesen, dann kommt man über mehr ressourcen nicht drum rum. die niedrigen akademikerInnenquoten sprechen eine eindeutige sprache in diese richtung. die diversen uni-rankings auch. genau deshalb sind die proteste der studierenden zu unterstützen.

eingangsprüfungen als möglichst hohe hürden sind nichts anderes als ein nadelöhr, durch das eben eine große anzahl zukünftiger akademikerInnen nicht passen kann, sondern nur ein paar. die werden dann oft auch so argumentiert: viele studis wissen einfach nicht, was gut für sie ist und solche prüfungen bieten orientierung, ja, sie verhindern frühzeitig eine falsche studienwahl. (so hats meine övp-kollegin auch gesehen). hmm...warum spricht eigentlich niemand über sinnvolle studieneingangsphasen, die genau diese orientierung bieten sollen???

auch das ist hoffentlich die folge der uni-proteste: dass endlich nicht nur mit der banalen hahn-logik auf wissenschaftspolitische herausforderungen reagiert wird. ob es jetzt uni für alle oder für wenige gibt, die wirklichen probleme auf den unis werden damit nicht gelöst. for those who only know hammers, every problem looks like a nail...

insofern ist das alles hoffentlich erst der beginn einer breiteren auseinandersetzung, und nicht das ende. dass es eineN neueN wissenschaftsministerIn geben wird, ist in dieser hinsicht kein schaden.

gemeinderat solidarisiert sich mit studierenden

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2009-10-30 15:50:29

wir haben im heutigen gemeinderat einen rot-grünen antrag beschlossen, der die forderungen der studierenden unterstützt. von sp-seite sind peko baxant und ich antragsteller. hier die presseaussendung dazu, und anbei der antrag:

OTS0161 5 II 0351 GKR0002 CI                          Fr, 30.Okt 2009

Innenpolitik/Bildung/Universität/Wien/Gemeinderat

Wiener Gemeinderat: Grüne Wien und Wiener SPÖ bringen Resolution für
Verbesserungen an den Unis ein  =

  Wien (OTS) - Die Grünen Wien und die SPÖ Wien bringen in die heutige
Sitzung des Wiener Gemeinderats eine gemeinsame Resolution für
"Qualitätsverbesserungen an Österreichischen Hochschulen" ein. Mit der
Resolution unterstützen die Wiener SPÖ und die Wiener Grünen die
Forderungen der Studierenden nach einem freien und barrierefreien
Hochschulzugang, nach einer Demokratisierung der Universitäten und nach der
Ausfinanzierung der Unis. Darüber hinaus sollen die prekären
Dienstverhältnisse an den Universitäten beendet werden und eine
50-prozentige Frauenquote beim Uni-Personal eingeführt werden. Mit der
Resolution wird die Bundesregierung aufgefordert, die Vorschläge der
Studierenden umzusetzen und von einer Einführung von Studiengebühren
abzusehen.

"Bildung ist das entscheidende Zukunftsthema für Österreich. Die
österreichischen Unis sind jedoch den anstehenden Herausforderungen nicht
gewachsen. Deshalb unterstützen die Grünen Wien die Studierendenproteste
und verlangen die Umsetzung des Forderungskatalogs der Studierenden. Denn
Österreich braucht mehr Studierende, nicht weniger. Jetzt ist die
Bundesregierung gefordert, nachdem der Wissenschaftsminister versagt hat",
so Claudia Smolik, Wissenschaftssprecherin der Grünen Wien.

"Die Unis sollten eigentlich die innovativen Speerspitzen des heimischen
Bildungssystems sein. Tatsächlich herrschen katastrophale Lehr- und
Lernbedingungen, demotivierte Lehrende und Studierende, chronische
Unterfinanzierung, undemokratische Verhältnisse sowie ein Klima der
Rückständigkeit. Die konservative Politik hat die Uni im vorletzten
Jahrhundert vergessen und setzt dort unser aller Zukunft aufs Spiel. Heute
hat sich der Wiener Gemeinderat mehrheitlich mit den UnibesetzerInnen
solidarisiert. Damit zeigt die Stadt Wien, dass wir auf der Seite der
jungen Menschen stehen", sagt SPÖ-Gemeinderat Peko Baxant. Und Sein
Parteikollege Mag. Jürgen Wutzlhofer ergänzt: "Die einzige Antwort auf die
niedrige AkademikerInnenquote und die Zustände auf den Unis muss eine
Aufstockung der Ressourcen und eine Verbesserung der Studienbedingungen für
mehr Studierende sein. Die einzige Lösung, die in dieser Hinsicht vom
scheidenden Wissenschaftsminister und ÖVP-Wien-Chef Hahn zu hören war, ist
allerdings eine Einschränkung des Studienzuganges. Selten ist ein
grundlegendes Problem so phänomenal falsch interpretiert worden - und das
auf dem Rücken der Studierenden."

stimmung am ring

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2009-10-29 08:26:19

es sei gesagt: auch mir fällt es gar nicht so leicht, die forderungen der protestierenden studis im audimax und bei der gestrigen demo auf den punkt zu bringen. das heißt aber noch lange nicht, dass diese nicht legitim sind, und letztlich ist das auch der grund, warum ich gestern dabei war.


studi-demo


denn was klar war und auch eine klammer der ganzen 15.000, die gestern auf der straße waren: das war ein aufschrei für eine politik, die klar ihrer prioritäten in richtung bildung verschiebt. es war empörung über einen wissenschaftsminister, dessen einziges werkzeug im methodenrepertoire zugangseinschränkungen sind - und das ob einer erschreckend niedrigen akademikerInnenquote. es war eine ansage dafür, dass universität niveau braucht, und dass die art und weise wie in österreich die bologna-ziele umgesetzt werden dieses nicht überwältigenderweise verbessert. niveau ist übrigens auch nicht durch weniger studierende, sondern nur über bessere ressourcen abzusichern.


da kann ich mit.

1 Kommentare - Kommentar schreiben

erster erfolg der audimax-besetzung!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2009-10-27 13:18:28

Audimaxbesetzung

...die bilder und berichte der uni-proteste auf der uni wien und der akademie erinnern mich zum ersten mal seit jahrelanger eher matter studi-beteiligung an die uni-streiks 95/96 (das sind schöne erinnerungen...). aus meiner sicht zeigen sie klar, wieviel an den österreichischen unis im argen liegt. dass es angesichts international erschreckend niedriger akademikerInnenquoten von wissenschaftsminister hahn keine andere initiative gegeben hat und gibt, als den zugang zu unis zu beschränken, ist in diesem zusammenhang ein witz. wenn es nur nicht so traurig wäre...

was die unis brauchen, sind mehr ressourcen - laborplätze, studienplätze, wissenschaftliches personal um mehr und kleinere lehrveranstaltungen durchzuführen, und das geld bzw. die wissenschaftlerInnen, um in der forschung an die welt anzuschließen. was sie kriegen, ist immer das gleiche: der wunsch des ministers, dass es weniger studierende geben solle.

insofern ist es für die unis gut, dass der minister bald kein minister ist. für wien ist es gut, dass der farblose stadtparteiobmann seinen sessel räumt. ein erfolg? nun, wohl auch nicht ganz: als EU-kommissar kann man ja auch ganz schön viel schaden anrichten...

toleranz hat viele gesichter. öffentlicher diskurs auch.

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2009-10-16 21:09:50

toleranz hat viele gesichter

derzeit wird jeden tag der porr-tower in favoriten und der florido-tower in floridsdorf mit dem weltgrößten plakat für toleranz und menschlichkeit bestrahlt. das plakat mit dem schriftzug "toleranz hat viele gesichter" setzt sich aus 14.000 bildern von menschen, die damit ein zeichen gegen rassismus gesetzt haben zusammen. ich finde, diese von der spö initiierte und von vielen partnern mitgetragene aktion ist wirklich großartig. erstens, weil sie zeigt, wie vielen menschen es nicht wurscht ist, wenn in unserer stadt hetzer das klima vergiften. und zweitens, weil ebenjenes klima durch solche großen dinge auch positiv verändert wird.

weniger großartig finde ich, dass davon in einigen, sich vermutlich per eigendefinition durchaus als liberal und weltoffen bezeichnenden medien darüber gar nicht berichtet wird, nicht einmal als randnotiz. was der kronenzeitung eine dreiviertel seite wert war, gab es zb. im standard und im falter gar nicht. dort kann man aber des öfteren lesen, dass die spö sich zu wenig positioniert. ich weiß: es ist unvernünftig, wenn politiker medien kritisieren. aber, fragen wird man ja dürfen, zumindest sich selbst: warum passt sowas offenbar manchen nicht so richtig gut ins konzept?

(193 Artikel)

Alle AutorInnen von
politik von ihrer besten site

  • Jürgen Wutzlhofer - 193 Artikel

Artikel im Februar 2012

MDMDFSS
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29

« Februar 2012 »

RSS-feed: www.redbook.at/home/blog/rss2.0/73

Weblogsystem:
redbook