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FotoBlog siegi.net

Die Kamera ist im Alltagsleben nicht immer dabei, ich werde dennoch versuchen, halbwegs regelmäßig diesen Blog mit Fotos zu füllen - und diese zu kommentieren. Die Blogeinträge können - müssen aber nicht - mit der offiziellen Meinung der SPÖ übereinstimmen. Meine Website http://www.lindenmayr.spoe.at/

Zwei Stunden sind 60 Minuten

Siegi Lindenmayr schreibt am 2009-03-06 10:57:01

Ich begebe mich auf das Niveau des Vereinfachers Neugebauer und rechne: 2 Stunden mehr Arbeit sind für Lehrer 2x 50 Minuten, also 100 Minuten, abzüglich 4 Monate Ferien sind das 36 Wochen, multipliziert und auf das Jahr aufgeteilt geht es also um durchschnittlich 60 Minuten wöchentlich und das nicht als zusätzliche Arbeitszeit sondern zu Lasten der bezahlten "Vorbereitungszeit". Mathematische Formeln ändern sich selten, ebenso Jahreszahlen, auch Ländernamen wechseln nicht wöchentlich, eine Reduzierung der Vorbereitungszeit müsste eigentlich von den Lehrern akzeptiert werden.
Ich unterstütze daher unsere Ministerin Claudia Schmied.

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Kommentare

fritz koehler am 2009-03-06 11:08:55

ich fordere 1 stunde vor- und nachbereitungszeit für alle

schlosser, tischler, büroangestellten, arbeiter, angestellten, manager, und - natürlich auch die schüler selbst:
für jede unterrichtsstunde = 1 stunde anrechenbar auf die schulpflichtszeit.

bei der urlaubsregelung könnt ma noch ein äugerl zudrücken...

Anton Beyer am 2009-03-06 12:12:40

Warum immer die Lügerei?

Warum sagt Frau BM Schmied nicht gleich die Wahrheit und wendet sich zuerst mit einer Lüger an die Medien; "Zwei Stunden mehr in der Klasse - für die Lehrer ändert sich nichts"?
Wenn Sie sich beim Finanzminister nicht durchsetzen kann, soll sie das Regieren bleiben lassen. Weil groß reden, von Dingen die man nicht versteht, können andere auch, sogar BM Gehrer war dazu in der Lage.

Siegi Lindenmayr am 2009-03-06 12:24:58

Presse-Aussendung BM Schmied vom 4.3.2009

BM Schmied informierte Regierungsspitze nach Treffen mit der Lehrergewerkschaft: "Die Verbesserung unserer Schulen ist ohne Alternative"
BM Schmied präsentierte Lehrergewerkschaftern MaßnahmenpaketNach dem gestrigen Treffen mit Vertretern der Lehrergewerkschaften informierte Bildungsministerin Claudia Schmied in einem Schreiben Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll und Bundeskanzler Werner Faymann über die aktuelle Situation. Bei dem Treffen mit der Gewerkschschaft betonte sie, dass die Verschiebung der Lehrerarbeitszeit hin zu mehr Zeit im Klassenzimmer als Teil eines Gesamtpakets zu sehen ist.

"Mein Angebot an alle Lehrer ist ein Maßnahmenpaket: Jede Ressource, die wir durch die Umschichtung der Arbeitszeit zu den Kindern gewinnen, wird in die Verbesserung unserer Schulen und die Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer investiert. Dadurch ermöglichen wir kleinere Klassen, mehr Kleingruppenunterricht, mehr Sprachförderung, bessere Schulausstattung, bessere Lehrerarbeitsplätze, mehr Tagesbetreuung oder den Ausbau von Lehre und Matura. Wir können im Rahmen dieses Maßnahmenpakets 381 Millionen Euro pro Schuljahr in die Verbesserung unserer Schulen, unserer Bildung und der Arbeitsbedingungen für Lehrer investieren. Lehrer werden durch diese Maßnahmen auch in ihrer Arbeitsbelastung außerhalb der Unterrichtszeit entlastet. Einfach gesagt: Ein Lehrer mit 25 Schülern in der Klasse muss deutlich weniger Hausübungen korrigieren als ein Lehrer mit 35 Schülern in der Klasse. Zusätzlich dazu habe ich der Gewerkschaft eine Arbeitsplatzgarantie für alle Lehrerinnen und Lehrer im Zuge der Neustrukturierung der Lehrerarbeitszeit gegeben", so Schmied.

"Leider ist die Lehrergewerkschaft nicht dazu bereit, über dieses Gesamtpaket, das auch den Lehrern massiv zu gute kommt, zu verhandeln. Ich habe daher die Regierungsspitze darüber informiert, dass die Gewerkschaft grundsätzlich nicht bereit ist, ihren Beitrag zu diesem Paket zu leisten. Die Forderung der Gewerkschaft lautet mehr Budget. Ich habe daher der Regierungsspitze mitgeteilt, dass sich folgende Szenarien ergeben: Entweder die Regierung führt die geplante Neustrukturierung der Lehrerarbeitszeit geschlossen durch oder der Finanzminister erhöht das Bildungsbudget. Weiters gäbe es noch einen Plan des Finanzministeriums mit der Forderung nach einer ersatzlosen Streichung von Prüfungstaxen und Zulagen, den ich allerdings für konjunkturpolitisch nicht sinnvoll halte. Sollte der Finanzminister das Budget nicht erhöhen und keiner Strukturmaßnahmen zustimmen, bliebe nur die Möglichkeit alle Reformen zu stoppen und die Verbesserungen der vergangenen zwei Jahre rückgängig zu machen. Diese Variante würde tausende Lehrerarbeitsplätze vernichten und ist für mich als Bildungsministerin vollkommen undenkbar", so Schmied.

Das Maßnahmenpaket, das durch die neue Struktur der Lehrerarbeitszeit ermöglicht wird, umfasst folgende Verbesserungen für Schüler und Lehrer:

Kleinere Klassen, mehr Kleingruppenunterricht
Konsequente Weiterführung der Verkleinerung in den Volksschulen, Hauptschulen, Sonderschulen, Polytechnische Schulen und der AHS-Unterstufe. Dadurch werden bis zum Schuljahr 2010/11 alle Klassen der betroffenen Schulen verkleinert. Von dieser Maßnahme profitieren rund 740.000 Schüler.

Kleingruppenunterricht in der 9. Schulstufe in Deutsch, Mathematik und schultypen-spezifischem Leitfach, um die Dropout-Quoten zu senken. Diese Maßnahme erreicht rund 31.000 Schüler.

Ausweitung der Kleingruppen zur Individualisierung des Unterrichts auch an Berufsschulen und Berufsbildenden mittleren Schulen.

Mehr und bessere Tagesbetreuung
Qualitative Verbesserung durch Umsetzung der "Tagesbetreuung Neu":
9 Stunden (statt bisher 5) pro Gruppe für Lernzeit, Kreativität und Bewegung
kleinere Gruppen ab 10 Kindern
Kinder haben ausreichend Zeit für Hausaufgaben und Lernen
Überbrückung zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht ist endlich geregelt,
Im Schuljahr 2009/10 Umsetzung der "Tagesbetreuung Neu" in 200 Schulen mit Qualitätsgütesiegel

Ab dem Schuljahr 2010/11 Ausweitung auf die übrigen 1.000 bestehenden Standorte mit Tagesbetreuung

Bessere Ausstattung der Schulen
In den kommenden zwei Jahren werden 600 Millionen Euro in die Schulinfrastruktur investiert. Zusätzlich zu diesen Investitionen wird die bessere Ausstattung der Klassen und der Lehrerarbeitsplätze mit Computern und zeitgemäßer Einrichtung vorangetrieben werden.

Einführung eines mittleren Managements an den Schulen
Zur administrativen Entlastung der Lehrer und der Direktoren: An größeren Schulen wird mittleres Management eingeführt. Bisher muss an manchen Schulen ein Direktor hundert Lehrer koordinieren. Durch diese Maßnahme werden auch Karriereperspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten für Lehrer eröffnet.

Ausbau der bilingualen Schulen in allen Schularten
Ausweitung des Angebots um 250 Klassen, 7.000 Schüler profitieren von dieser Maßnahme.

Ausbau von Lehre und Matura
Bereits im heurigen Pilotjahr 3000 Teilnehmer. Weiterführung und Ausweitung auf 4000 Teilnehmer.

Umsetzung der Bildungsstandards
Für die Qualitätssicherung an unseren Schulen. Erste flächendeckende Überprüfung in ganz Österreich im Schuljahr 2011/12.

Ausbau der Programme zur Gewaltprävention
Schwerpunktprogramme (etwa "Faustlos") werden deutlich ausgebaut.

Ausbau der Neuen Mittelschule
Bereits im kommenden Schuljahr können über 240 Standorte starten.
Rund 20.000 Schüler profitieren davon.

Bessere Sprachförderung
Förderung von ordentlichen SchülerInnen in der Zweitsprache Deutsch an Volksschulen, Hauptschulen und Polytechnischen Schulen in Fördergruppen ab 5 SchülerInnen / 2 Wochenstunden. Anzahl der profitierenden Schüler: Rund 25.000.

Sprachförderkurse für SchülerInnen mit Deutsch als Zweitsprache an Berufsbildenden Mittleren Schulen und Berufsschulen in Fördergruppen ab 5 SchülerInnen / 3 Wochenstunden. Erreichte Schüler: 8.000.

Förderprogramm "Muttersprachlicher Unterricht"

Ausbau der Berufsorientierung und Bildungsberatung
Gemeinsam mit den Sozialpartnern werden in der 7. und 8 Schulstufe Schwertpunktprogramme bereits im Herbst gestartet. Die Bildungswegentscheidung muss besser gelingen.

Kostenfreies Nachholen von Bildungsabschlüssen
Alle formalen Ausbildungen der Sekundarstufe I und II (inklusive der Berufsreifeprüfung) sollen in dieser Legislaturperiode in Zusammenarbeit mit den Bundesländern kostenfrei in altersgerechter Form nachgeholt werden können. Diese Maßnahme ist ein zentraler Beitrag zum lebensbegleitenden Lernen.

"Der Umbau des österreichischen Bildungssystems ist ohne Alternative. Viele Gespräche mit Lehrerinnen und Lehrern in den letzten Tagen haben gezeigt, dass eine hohe Bereitschaft besteht, an einem attraktiven Bildungssystem mitzuarbeiten. Zu diesem Umbau gibt es keine Alternative außer man will endgültig den internationalen Anschluss verlieren", so Schmied abschließend.

Wien, 04.03.2009

Günter Wittek am 2009-03-15 18:54:29

Die Zukunft unseres Landes steht auf dem Spiel.

Sie wird im Klassenzimmer entschieden, meint Claudia Schmied. (und bei so einer entscheidenden Frage sollte dann Pröll tatsächlich schon das letzte Wort gesprochen haben? Unglaublich)

An Anton Beyer: Natürlich ändert sich was für Lehrer, keine Frage. Aber wie wird umgeschichtet, geht es wirklich in die Kleingruppenarbeit, in Förderkurse, … Wenn jeder Lehrer 2 Stunden länger in der Schule bleibt, dann ist damit wohl mehr als nur der Bedarf an Förderunterricht abgedeckt. (mit einer Stunde müssten wir schon ein Angebot stellen können, womit jeder Bedarf an außerschulischer Nachhilfe ausgeschlossen werden kann, so ausreichend kann das Angebot jeder Schule dann sein) Der Restbedarf ergibt sich aus einer Systemumstellung, die wir brauchen, aber diese mit den anderen Maßnahmen zu vermischen, ist nur schwer argumentierbar. Allen sollte klar sein, dass Umstellungen gerade in der Übergangszeit auch große Mehraufwendungen bedeuten.

Und schaut so wirklich die große Systemumstellung aus, wo wir von der erbärmlichen Stundenzählerei, ja auch von der in Österreich übernommenen Tradition der preußischen Militärschule wegkommen wollen?

Der Widerstand ist deshalb groß, weil viele Lehrer die unmittelbaren Nachteile sich jetzt ausmalen, aber die geplanten (ja, in manchen ersten Klassen ist die Senkung der Schülerzahl noch nicht angekommen, „Aktion Wunschschule“ in Wien) Verbesserungen, die Vorteile der Systemumstellung noch nicht erkennen können. Und von der Gewerkschaft mit Falschinformationen zugeschüttet werden.

Trotzdem und gerade deswegen finde ich wichtig, dass wir verbreiten, um welche Grundsatzentscheidung es geht. Dazu nennt Claudia Schmied drei Varianten.

Variante 1: Aufstockung der Budgets durch den Finanzminister, wurde vom Finanzminister ausgeschlossen, gleichzeitig fordert er einen Beitrag der Lehrer ein.

Variante 2: Erhöhung der Lehrverpflichtung um 2 Stunden, Verschiebung der Arbeitszeit in den Unterricht, Beschäftigungsgarantie für die Lehrer. Eine Maßnahme, die schon seit Jahren, ja Jahrzehnten auch vor den Hintergrund internationaler Gegebenheiten immer wieder diskutiert wird. Wir brauchen die Lehrer im Unterricht für die Umsetzung der bildungspolitischen Offensive (Kleingruppen, Team-Teaching, Tagesbetreuung etc.).

Variante 3: Stopp des Reformzuges. Die Projekte werden nicht umgesetzt, d.h. Klassen werden vergrößert, keine Teiler in den Berufsbildenden Schulen, Stopp der Neuen Mittelschule, keine Verbesserung der Ausstattung etc. Das bedeutet bildungspolitisch die Rückkehr in das Jahr 2006.

Meines Erachtens müsste sich in klugen Verhandlungen eine Kombination aus Variante 1 und Variante 2 finden lassen. Und die Befristung der Maßnahme auf 2 Jahre ohnehin. Wenn das Claudia Schmied und die FSG gemeinsam betreiben, dann können Pröll und Neugebauer gar nicht anders als nachgeben!

Dass wir gemeinsam die Variante 3 ausschließen, davon gehe ich aus, zugleich befürchte ich aber, dass sich manche rote Gewerkschafter in abenteuerliche Aktionen einbinden lassen, die dann schwersten Schaden anrichten. Aus den DSV kann nicht abgeleitet werden, dass Verbesserungen an den Schulen aufgeschoben werden sollen. Sie sind dringend notwendig.

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