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FotoBlog siegi.net

Die Kamera ist im Alltagsleben nicht immer dabei, ich werde dennoch versuchen, halbwegs regelmäßig diesen Blog mit Fotos zu füllen - und diese zu kommentieren. Meine Website http://www.lindenmayr.spoe.at/

Wieder mehr Platz im Plattenregal?

Siegi Lindenmayr schreibt am 2009-04-22 09:24:25

Deep Purple Vor vielen Jahren hatte ich meine Cat-Stevens-Schallplatten vor Ärger zerbrochen. Muss ich das jetzt auch mit meinen Deep Purple Scheiben machen?


Weil warum?


Ian Gillan, der Sänger von Deep Purple, sagte dieser Tage anlässlich eines Konzerts in Moskau, Musikpiraten sind Verbrecher. Und er verglich sie mit den somalischen Piraten. Und er hat leider nicht differenziert zwischen kommerziellem Gewerbe und den vielen jungen Musikkonsumenten, die durch Downloads erst überhaupt auf den Musikgeschmack kommen. Genauso, wie ich Kopieren aus kommerzieller Gewinnabsicht verurteile, genauso bin ich der unveränderten Ansicht, dass das Downloaden für den Privatgebrauch weiterhin straffrei sein muss!

Link: http://www.lindenmayr.spoe.at/politik/positionen-musik-downloads.html

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Kommentare

Andy am 2009-04-22 12:39:46

Deep Purple ist für mich gestorben, als ich - ich glaube, es war 96 oder 97 - mit dem Andy Baum gemeinsam das Konzert in der Wr. Stadthalle während der Halbzeit verlassen habe!

Klaus Bergmaier am 2009-04-22 15:02:22

Da gäb's mehr Platten zum Wegwerfen.

Zum Beispiel "unsere" Leute wie Wilfried, Marianne Mendt, Rainhard Fendrich, die früher immer bei uns waren und dann plötzlich vor ein paar Jahren im "unabhängigen" Unterstützungskommitte von Erwin Pröll aufgetaucht sind. Mo, Felix Dworak , Rotraud A. Perner (ok, von den beiden Letztgenannten hab ich keine Platten, sondern nur Bücher). Oder Waterloo & Robinson, die seit ein paar Jahren vornehmlich für die FPÖ im Wahlkampf tingeln.
International Leute wie Phil Collins, die aus Steuergründen die Konservativen unterstützen. Oder ein paar halbabgetakelte Altrocker, die bei den britischen Konservativen herumdümpeln. Oder Ted Nugent, der Waffenfanatiker, Sonny Bono, Bud Spencer, Schwarzenegger uva.
Als selbst ausübender Musiker hab ich auch keine Freude mit der CD-Kopiererei. Wenn ich zB bei eine Parteitag eine CD von www.arbeiterinnenlieder.at.tt an einen Genossen verkaufe, so kaufen die 5, die bei ihm stehen keine, weil er sie ihnen kopiert (und das Ganze wird dann noch in meinem Beisein vereinbart). Ich versuche aber davon, mein Dasein zu fristen und auch ein Kind zu ernähren. Hat alles 2 Seiten. Und die wenigsten MusikerInnen gehören zu den Schwerverdienern (schon gar nicht in Ö). Anders ist das natürlich bei den großen Plattenkonzerten. Die häufen ordentlich Geld an. Und das hauptsächlich durch Knebelverträge für die KünstlerInnen.

Felix Görner am 2009-04-22 16:38:11

Mein Ohr gehört mir

Sicher, Siegi, sowas macht grübeln. Wie die ethische und politische Einschätzung jeglicher HerstellerInnen - darunter eben auch jener von Kunst und Unterhaltung.

So ähnlich ist es mir vor vielen Jahren gegangen, als Queen zur Apartheid-Zeit nach Südafrika zur Eröffnung von Sun City gefahren sind: eine Art sudafrikanisches Las Vegas, nur den damaligen Unsitten gemäß mit ausschließlich weißem Publikum - sowie zu besonderer Beflissenheit angehaltenem schwarzem Personal. Alle namhaften Popgrößen hatten sich zu einem Boykott entschlossen, und die gemeinsam aufgenommene Single "We ain't gonna play Sun City" wurde ein zwar nicht berauschender, aber sich halbwegs verkaufender Hit.

Ich habe meine Queen-Scheiben dennoch nicht zerbrochen. Warum auch, meine Ohren gehören mir - und ich wäre ja nicht Gefahr gelaufen, andere zum Kauf anzuregen. Wäre ich - und wenn nur bei einem privaten Festl - DJ gewesen, DABEI hätten Queen ausgesch...pielt. Bis heute. Gerade habe ich eine Online-Notiz zu einem Mandela-Konzert 2008 entdeckt: "Brian May steers small talk away from Sun City" - der Queen-Gitarrist hat demnach beim Plausch die Aufmerksamkeit der ANC-Legende (kurz vor dessen 90er) abzulenken versucht mit "Schau, ein Eichkatzerl!" Hrmpf.

Ein offenbar waschechter Rassist ist Eric Clapton. Verbannenswert wäre auch Mafia-Freund Sinatra - nur wären meine Ohren dann halb leer, und auch als Schauspieler war er nicht so übel. Apropos Film: mit Fundamentalist Mel Gibson tu ich mir leicht, dessen Mimik halt ich zum Glück kaum aus. Fast so leicht machts mir der Scientologe Cruise - obwohl ich "A Few Good Men (Eine Frage der Ehre)" erträglich find und "Vanilla Sky" auch nicht so übel ... ganz schwer jedoch macht es mir das offenbar üble Schlitzohr Travolta. Und Scientology zieht Kreise bis in die Musik: Isaac Hayes (verstorbene Soul-Legende), Chick Corea (mit ihm hat Friedrich Gulda in der Stadthalle gejammt), Al Jarreau (war erst vor einer Woche in der Stadthalle). Diese faschistoide Organisation sollten wir etwas sorgfältiger im Auge behalten.

Doch zurück zu deinem Thema: zu Scientology gibt's online ja einige lesefreundliche Artikel - gibt es im Netz ähnlich übersichtliche Sammlungen von Standpunkten, Listen und Links (wohl u.a. zum Chaos Computer-Club) auch zur Nichtkriminalisierung des Runterladens für Privatzewcke?

Klaus Bergmaier am 2009-04-22 22:34:55

Eric Clapton - ein Rassist?

Kann ich mir nicht vorstellen. Erstens spielt er Blues, und zweites diesen gemeinsam mit afroamerikanischen Größen wie B. B. King, Billy Preston, Greg Philiganes & Nathan East uvam.

Siegi Lindenmayr am 2009-04-23 00:00:32

@ Klaus (erster Kommentar)

Lieber Klaus!
Das sagen mir spontan viele MusikerInnen. Nur: soviel ich weiß, erhalten Musikschaffende bestenfalls 1 bis 2 % vom Verkaufserlös einer Musik-CD. Wohin fließt wohl der Rest? Von 15.000 Kreativen in Österreich erhalten rund 300 nennenswerte Beträge, alle anderen bekommen annähernd nichts. Die Musikindustrie nimmt aber euch alle in Geiselhaft, um ihre eigenen unverschämt hohen Einnahmen und die irren Verwaltungskosten zu verschleiern.
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Hier meine Presseaussendung aus dem Jahr 2007:
Musikdownloads - SP-Lindenmayr: "Musikindustrie will offenbar zurück ins Mittelalter"Utl.: Kopieren von Musikstücken für den Privatgebrauch ist in
Österreich weiterhin straffrei möglich
Wien (SPW-K) - "Filesharing von Musikdateien über das Internet ist
juristisch nach wie vor weder Verbrechen noch Raub, wie es uns
fälschlicherweise in drastischen Werbespots vorgemacht wird", erklärt
der SPÖ-Gemeinderat Siegi Lindenmayr bezugnehmend auf eine gestern
abgehaltenene Veranstaltung zum Thema Musik-Tauschbörsen im
Museumsquartier. Schwerpunkt der Veranstaltung des Vereins
"quintessenz" war eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage.

"In der Zeit vor Erfindung des Buchdruckes wurden Bücher in
Handarbeit von Geistlichen kopiert, ein Mönch kam im Laufe seines
Lebens auf maximal 15 Bücher. Diese für Verleger goldene Zeiten
wünscht sich offenbar die Musikindustrie zurück, wenn man sich die
aktuellen psychologischen Abschreckungskampagnen vor Augen führt",
stellt Lindenmayr fest. "Es wird unverändert eine ganze Generation
kriminalisiert und verleumdet, wobei interessanterweise in Österreich
höhere Strafen wegen Verleumdung verhängt werden könnten als gegen
Verstöße gegen das Urheberrecht."

Kopien von Musikstücken für den Privatgebrauch sind in Österreich
unverändert straffrei. Jedoch geht die Strategie der Musikindustrie
derzeit in Richtung längerfristige Speicherung des Internetverhaltens
einzelner User, um so zu einem kumulierten Strafbestand zu kommen,
der dann mit hohen Abmahn- und Klagedrohungen als zivilrechtliche
Einschüchterung dienen soll. Leider hat die Europäische Union Ende
April dieses Jahres die gesetzlichen Grundlagen dazu beschlossen.

"Das Downloaden für den Privatgebrauch muss unverändert straffrei
bleiben, die Musikindustrie soll ihr Managementversagen der letzten
Jahre und das lange Verschlafen moderner Technologien nicht am Rücken
ihrer eigenen Konsumenten abreagieren", sagt Siegi Lindenmayr.
(Schluss)

Rückfragehinweis:


SPÖ-Klub Rathaus, Presse
Thomas Kluger

Tel.: (01) 4000-81 941
Fax: (01) 533 47 27-8194
Mobil: 0664/826 84 27

Siegi Lindenmayr am 2009-04-23 00:04:56

@ Felix: http://www.internet4jurists.at/

Eine gute Quelle ist www.internet4jurists.at/
Die Website des österreichischen Juristen Franz Schmidbauer,
liebe Grüße
Siegi

Felix Görner am 2009-04-24 18:43:58

Danke! Und: ja, leider

Danke, Siegi - und schon ist internet4jurists.at bei meinen Favoriten, gleich neben www.ombudsmann.at

@ Klaus: stimmt leider, das hat auch britische KollegInnen ziemlich vor den Kopf gestoßen. Zwar hat Clapton seine rassistischen Ausritte ("Keep Britain whitte" plus unterstützung für einen rabiat rassistischen Kandidaten) 1976 gemacht, ist also lang her, außerdem hatte er damals - auf der Bühne - nicht mehr viel Blut im Alkohol. Aber er hat später zumindest noch ein paar dazu passende Randbemerkungen gemacht und sich nie davon distanziert. Und da dürfte Stolz einer Klarstellung - plus Entschuldigung - wohl nicht im Weg stehen. Eine Quelle dazu:

Tja, wannst a bissl am Lack kratzt, kannst di scho oft wundan.

Es gibt auch unlackiert Eindeutiges, wie die FPÖ-Wahlkampfbegleitung durch Gary Lux vor rund einem Jahrzehnt. Aber umgekehrt auch Achtenswertes, sogar heikle Grenzen überschreitend, beispielsweise Timna Brauers jüdisch-israelisch/palästinensische Kooperation.

Klaus Bergmaier am 2009-04-26 10:29:51

@ Siegi & @ Felix

Siegi, du hast natürlich recht. Verlagshäuser & die Tonträgerindustrie sind die großen AbzockerInnen. Das ist auch der Grund warum ich (und vieele andere machen das auch so) alles nur noch selbst in die Hand nehmen. Auch oft um den Preis, dann im Radio gar nicht mehr gespielt zu werden, denn die Rundfunk-DJs stehen ja alle ausschließlich auf den Gehaltslisten der Plattenmultis.
Wenn eine CD von www.arbeiterinnenlieder.at.tt verkauft wird, verdienen meine Kollegin & ich wesentlich mehr daran als der von Dir genannte Betrag - alles andere wwäre auch Wahnsinn, denn wir müssen davon ja leben. Mitschneiden tut bei unseren CD-Verkäufen auch nur die SPÖ ;-)
Unsere CDs gibt's im normalen Tonträgerfachhandel gar nicht. Wir verkaufen sie selber bei unseren Auftritten, bei Parteiveranstaltungen bzw. sind sie in der Buchhandlung Löwelstraße & in der Buchhandlung des ÖGB zu haben (sowie in einigen Geschäften in NÖ).


@Felix: Wie gesagt das von Clapton, ist mir neu. Das werde ich aber recherchieren und daraus meine Konsequenzen ziehen (sprich nichts mehr von ihm kaufen UND ihm das auch mitteeilen).

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