Ich weiß schon, diese Überschrift wird unsere parteiinternen Matschkerer überraschen.
Dennoch wage ich es, ein paar Anmerkungen unter dieser Überschrift anzubringen.
Warum wird die SPÖ dauernd - und zwar von (fast) allen - geprügelt?
Wenn die SPÖ auf Konfrontation geht, streitet sie.
Wenn die SPÖ nicht auf Konfrontation geht, kuschelt sie.
Dass es dazwischen so etwas wie zielgerichtetes themengerechtes Arbeiten gibt, ist unspektakulär.
Viele Stammwähler sind verärgert, vergrämt.
Warum bitte?
Viele haben H.P. Martin gewählt.
Wozu bitte? Was bringt er? Was kann er bringen?
Dabei müssen wir ihm noch dankbar sein, weil er bei der EU-Wahl viele Protestwähler aufgefangen hat, bevor sie zu H.C. Strache gegangen sind. Ich denke mit Schaudern an die kommende Wiener Wahl - da tritt kein Martin an. Werden sie dann alle zu Strache rennen?
Man müsste diesen Luxus-Protestierern einmal für 1 Monat alles das wegnehmen, was ihnen die SPÖ verschafft hat, damit sie endlich draufkommen, wer für wen was tut.
Und damit sie draufkommen, wer nur die Goschn weit offen hat, weil er das, was er sagt, sowieso nicht durchführen und daher nicht verantworten muss.
Kann es sein, dass es denen, die mit ihrer Wählerstimme so leichtfertig umgehen, als wäre sie Spielgeld, noch immer zu gut geht? Müssen immer Zeiten kommen, in denen es der Bevölkerung so schlecht geht, bis sie endlich bemerken, dass jetzt Schluss mit Lustig ist?
Eine Partei "abstrafen", indem ich ihr als Stammwähler nicht meine Stimme gebe, hat als Entscheidungsbasis das Dagegen-Sein. Dagegen-Sein ist aber eine schlechte Entscheidungsgrundlage, weil sie nur definiert, wogegen einer ist, und nicht, wofür einer ist. Ich bin dafür, dass ich dagegen bin - ich glaube Nestroy hat das vor 150 Jahren gesagt. Dieser gescheite Satz definiert aber im Kern Dummheit.
Ich sage es noch einmal:
Die SPÖ ist eine grundanständige Partei.
Aber Anstand ist nicht laut, Anstand ist unspektakulär. Und wer heute nicht laut ist, wer heute nicht spektakulär ist, wer heute nicht unanständig ist, wird vom Wähler als schwach wahrgenommen.
Wie wäre es, wenn man unsere Parteien einmal nach ihren Taten messen würde, statt an gebrüllten Worten und oralen Darmentleerungen?
Dann würden die HCs und wie die Schmissbrüder alle heißen schlecht aussehen.
Noch eine Frage:
Wo sind die Grünen geblieben? Mehr als eine kurze Frage sind sie derzeit leider nicht wert.



Günter Tolar
schreibt am 2009-06-13 10:52:49
Roman Allmeder
am 2009-06-14 07:19:29
Günter Tolar
am 2009-06-14 10:43:26
Ernst Ranftl
am 2009-06-14 13:23:31
Herwig Hinterhofer
am 2009-06-14 20:19:45
fritz koehler
am 2009-06-14 21:09:09
Klaus Bergmaier
am 2009-06-14 21:27:21
Helmuth Bronnenmayer
am 2009-06-15 11:51:24
Die Frage muss deshalb anders lauten: Schafft es die SPÖ attraktive Visionen zu gebären, schafft es die Partei, die Probleme der Menschen nicht nur schönzureden, sondern auch in ihre Zukunftskonzepte und in ihre kurzfristigen Überlegungen aufzunehmen.
Und, last but not least: Wird das alles so kommuniziert, dass sich die Menschen nicht allein gelassen fühlen. Hier muss jemand für die Wähler einstehen, ihnen zuhören, auf sie zugehen, der auch die Goschn aufreißt, nicht nur brav ist. Hände faltet schon die Konkurrenz.
Deshalb braucht es eine neue Plattform der Kommunikation. Botschaften auf Youtube und Twitter mögen schon ein paar hundert Jugendliche ansprechen, die breite Masse der Jugendlichen, vor allem jene aus Submilieus, werden wir durch persönliche Kontakte besser erreichen.
Die Menschen wollen Politiker, die sie spüren können. Menschen, die sich auf Marktplätzen regelmäßig ihre Sorgen anhören und auch danach ihre Politik ausrichten. Wenn die Politiker dorthin gehen, wo es wehtut, dann werden sie auch wieder gewählt werden.
Ja, Solidarität ist uns wichtig, sachliche Kritik aber deshalb nicht unwichtig. Das unterscheidet uns von Lämmern oder Lemmingen.