Die SPÖ sucht seit Jahren einen Platz in der so genannten Mitte und vergrämt damit die Mitglieder und Sympathisanten, die gerne mehr linke Profilierung hätten. Franz Voves "entfernt" den linken Kurt Flecker aus seiner Regierungsmannschaft. Die Grünen sind derzeit bestenfalls ein kleines Zubrot, mehr nicht. Mir fehlt das "Auffanglager" für unzufriedene Linke. Was macht jemand, der die SPÖ nicht wählen will, weil sie ihm zu wenig links ist? Rote Protestwähler haben keinen Zufluchtsort. Strache ist es sicher nicht, auch wenn manche SPÖ-Granden sich "durchaus vorstellen" könnten, einmal mit Flöhen aufzuwachen.
Bei der letzten EU-Wahl hat H.P. Martin alle Protestleute aufgefangen, die protestieren, aber nicht Strache wählen wollten.
Mir scheint, die SPÖ hat (traditionell) Angst vor links, weil dort der Kommunismus lauert. Es gibt aber auch links ohne Kommunismus.
Wenn man das Ergebnis der EU-Wahl uminterpretiert, käme folgendes heraus: SPÖ 23,7 % + Grüne 9,9 % + HP Martin (uminterpretiert in Links) 17,7 % = 51,3 %.
Dann wäre das linke Lager in Österreich endlich stärker als das rechte.
Natürlich muss man bei dieser Rechnung bedenken, dass beim Antreten einer Linken Partei SPÖ und die Grünen möglicherweise etwas geschwächt würden. Andrerseits müssen sich beide Parteien aus ihren Tiefständen dringend erholen, was etwaige Verluste zumindest wettmachen würde.
Ich glaube auch, dass die unzufriedenen Linken bei den derzeitigen NIchtwählern zu finden sind.
Während in Österreich rechts ein erstaunliches Gedränge herrscht, wäre links noch viel Platz. Schade drum!



Günter Tolar
schreibt am 2009-09-07 12:44:45
Günter Tolar
am 2009-09-08 11:27:28
Günter Tolar