Seit gestern eine große Diskussion: Die Familienstaatssekretärin Christine Marek fordert eine bundesweite Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und die Erforschung von Gründen und Motiven für einen Schwangerschaftsabbruch (http://diestandard.at/fs/r1192182008390/Abtreibung).
Für mich stellt sich bei solchen Forderungen die Frage „Cui bono – wem nützts?“. Denn die Gründe für Schwangerschaftsabbrüche sind auch so bekannt, wie auch Elke Graf – Leiterin des Pro:Woman-Ambulatoriums in einer gestrigen Presseaussendung betont: "Eine instabile Partnerschaft, finanzielle oder berufliche Umstände und die Überforderung mit einem (weiteren) Kind sind die häufigsten Gründe, die bei der Entscheidung zu einem Schwangerschaftsabbruch genannt werden. Motive, die allesamt auf der Hand liegen und nicht neu erforscht werden müssen.“ (Link zur OTS: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20091109_OTS0248/prowoman-ambulatorium-die-gruende-fuer-schwangerschaftsabbrueche-sind-auch-jetzt-schon-bekannt).
Ich bin der Meinung, eine solche Statistik bringt den betroffenen Frauen und Mädchen nichts, höchstens den GegnerInnen der Fristenregelung (Blogbeitrag unter anderem dazu: http://campa.at/home/blog/showentry/1996).
Viel wichtiger ist es aus meiner Sicht Mädchen und Frauen zu unterstützen bevor es zu einer ungeplanten Schwangerschaft kommt. Etwa in Form von moderner Sexualpädagogik (hierzu siehe meinen Blogbeitrag zum Film: Sex we can?! - http://campa.at/home/blog/showentry/2125 ) bzw. im einfachen Zugang zu Verhütungsmitteln. Wenn man sich nämlich die aktuelle Profil-Titelgeschichte (http://www.profil.at/articles/0945/560/255086/jugend-sex-oesterreichs-teenager) ansieht, dann zeigt sich: Viele Jugendliche sind extrem schlecht aufgeklärt und wir müssen von Seiten der Politik dringend dieses Problem angehen. Und daher mache ich mich auch für einen besseren Sexualkundeunterricht und die geplante Rezeptfreigabe der „Pille danach“ stark (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/518085/index.do).

Gabriele Heinisch-Hosek
schreibt am 2009-11-10 12:36:27
Helmuth Bronnenmayer
am 2009-11-10 14:56:52
ich habe heute von der Andrea Mautz den Link zu empfohlen bekommen. Ein unglaublich guter Beitrag für den pädagogischen Alltag. Und jetzt wäre es auch noch super, wenn die Filme auf youtube stehen würden. Könnt ihr das bei den InitiatorInnen anregen?