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FotoBlog siegi.net

Die Kamera ist im Alltagsleben nicht immer dabei, ich werde dennoch versuchen, halbwegs regelmäßig diesen Blog mit Fotos zu füllen - und diese zu kommentieren. Die Blogeinträge können - müssen aber nicht - mit der offiziellen Meinung der SPÖ übereinstimmen. Meine Website http://www.lindenmayr.spoe.at/

Auch FreidenkerInnen finden Minarettverbot befremdend

Siegi Lindenmayr schreibt am 2009-11-30 15:08:42

Heidenspaß „Menschenrechte dürfen niemals Gegenstand von Mehrheitsentscheidungen sein“

Österreichs atheistische und humanistische Organisationen zeigen sich befremdet vom Referendum in der Schweiz zu einem Bauverbot von Minaretten. Das Ergebnis zeige, dass man niemals Mehrheiten über die Rechte von Minderheiten abstimmen lassen dürfe. „Rechtspopulisten haben gezielt mit Halbwahrheiten und Lügen rassistische Ressentiments und Ängste geschürt“, sagt etwa Theo Maier, Vorsitzender des Freidenkerbunds.


Die Freiheit, sich zu seiner Weltanschauung zu bekennen, sei ein unveräußerliches und unteilbares Menschenrecht. „Dazu gehört das Recht, sich öffentlich zu einer Religion zu bekennen“, sagt Erich Eder, Vorsitzender der AgnostikerInnen und AtheistInnen für ein säkulares Österreich (AG-ATHE). „Dieses Recht wird in der Schweiz nur mehr der Mehrheitsbevölkerung zuerkannt.“ Niko Alm von der Giordano-Bruno-Stiftung: „Demokratie besteht nicht nur aus Mehrheitsentscheidungen sondern auch aus einem Schutz von Minderheiten. Dieses Prinzip ist aus nicht nachvollziehbaren Gründen verletzt worden. Diese Volksabstimmung hätte es von vornherein nicht geben dürfen.“ Karl Linek von der Allianz für Humanismus und Atheismus (AHA): „Es zeigt, wie weit Verhetzung gehen kann. Ob irgendwo ein Minarett gebaut werden darf oder nicht, hat nichts mit islamischem Fundamentalismus zu tun. Wir Atheistinnen und Atheisten interpretieren auch nicht jeden Kirchturm als Symbol der Unterdrückung Andersdenkender- und gläubiger.“


Theo Maier vom Freidenkerbund: „Hier geht es darum, dass man Minderheiten verbieten will, gleichberechtigt im öffentlichen Raum vertreten zu sein. Rechtspopulisten haben Ängste und Ressentiments geschürt um Stimmen zu gewinnen. Bei Atheistinnen und Atheisten ist das übrigens nicht viel anders. Man muss nur unsere Plakatkampagne vom Sommer betrachten, wo die FPÖ uns mit fadenscheinigen Argumenten den Mund verbieten wollte.“ Ein Minarettverbot habe auch nichts mit einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam zu tun. „Es gibt sicher Entwicklungen bei Gruppen der islamischer Zuwanderer, die nicht gutzuheißen sind. Damit muss man sich sachlich auseinandersetzen und nicht mit Verhetzung wie es die FPÖ und die SVP in der Schweiz betrieben haben.“ Ein Vorgehen wie in der Schweiz würde höchstens dazu führen, dass sich MigrantInnen marginalisiert fühlen – und das würde eher zu ihrer Re-Islamisierung führen als ein paar Minarette.


Gleiche Argumente wie in Kruzifix-Debatte


Als gefährlich sehen die Vertreter der atheistischen und humanistischen Organisationen die Argumentationsweise der Befürworter des Bauverbots. Ähnlich wie in der Kruzifix-Debatte würde eine konstruierte „heimische“ oder „europäische“ Kultur gegen das angeblich gefährliche Fremde ins Treffen geführt. „Das spaltet die Gesellschaft und lenkt von tatsächlichen Problemen ab“. Dass sich die Organisationen zur Religionsfreiheit bekennen, sei nicht als Verzicht auf das Recht auf Freiheit von Religion zu verstehen. „In öffentlichen Gebäuden treten wir selbstverständlich für eine strikte weltanschauliche Neutralität des Staates ein.“

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Kommentare

G. Wettstein am 2009-11-30 19:03:32

die Tücken der direkten Demokratie

Es war meines Erachtens ein Fehler des Parlaments, die Initiative der Volksabstimmung zu unterbreiten. Tatsächlich wird mit diesem Verbot die freie Religionsausübung einer Glaubensgemeinschaft in einer nicht akzeptablen Art und Weise partiell eingeschränkt. Grundsätzlich ist man sich in der Schweiz einig, dass Verfassungsänderungen materiellen Schranken unterworfen sind. Demzufolge hätte die Initiative als ungültig erklärt werden müssen, da sie übergeordnetes Völkerrecht verletzt. Während ländliche Gebiete den Vorstoss klar angenommen haben, haben die Ballungszentren mehrheitlich mit Nein votiert. Das Resultat bringt sehr viele Probleme, löst aber kein einziges. Nur der aktive Dialog aller Beteiligten vermag die blockierte Situation zu entschärfen. Und nicht zuletzt ist der Weg bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte immer noch möglich. Doch so oder so: das Resultat ist beschämend.

Kurt Kolb am 2009-12-24 17:03:58

Braucht man ein Minarett zur Religionsausübung ?
Minaretts dienen als Kampfansage.
Hat schon jemand bei den Gebetshäusern von Zeugen Jehofas einen Turm oder dergleichen gesehen ? Die brauchen das auch nicht zur Religionsausübung.

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(2 Kommentare)