Wenn das missglückte Bundesheervideo („Na Mädels, Lust auf eine Spritztour“ - mein Blogbeitrag dazu hier: http://www.campa.at/home/blog/showentry/2313 ) etwas Gutes gehabt hat, dann jenes, dass es eine Diskussion über Sexismus im Allgemeinen und in der Werbung im Speziellen (wieder) ausgelöst hat. Ich habe ja schon im Vorjahr begonnen, mich mit dem Themenbereich sexistische Werbung auseinanderzusetzen. Damals habe ich eine Wissenschafterin beauftragt, die gesetzliche Lage in den einzelnen Staaten Europas in Bezug Sexismus in der Werbung anzuschauen. Der Bericht ist jetzt fertig gestellt. Und er zeigt, dass etwa Kroatien, Island und Norwegen schon gesetzliche Regelungen haben, die sexistische Werbung verbieten.
Als nächsten Schritt plane ich eine internationale Fachtagung mit VertreterInnen aus diesen Ländern, wo wir mit österreichischen und internationalen ExpertInnen den Themenbereich "Sexismus in der Werbung" beleuchten. Die Frage, die sich da stellt, ist, wie eine gesetzliche Regelung in Österreich aussehen könnte. Daher schauen wir uns jetzt einmal an, wie es anderswo in Europa funktioniert.
Außerdem möchte ich einen unabhängigen Beirat einrichten, der auch eng mit dem Werberat zusammenarbeiten könnte. Der Werberat kann nämlich zwar sexistische Diskriminierung feststellen, aber er hat keine Möglichkeit zur echten Sanktionierung. Denn auch wenn sich der Werberat zu einem Stopp einer Werbung entschließt (2008: bei 4 von insgesamt 145 Beschwerden) müssen sich die jeweiligen werbenden Unternehmen nicht daran halten.
Das Thema Sexismus in der Werbung gehen wir jetzt also wirklich an. Das muss auch so sein, damit wir uns in Zukunft nicht mehr über Videos, wie das oben genannte, ärgern müssen.
Hier noch eine kleine Nachlese zum Thema: http://www.furche.at/system/showthread.php?t=1452

Gabriele Heinisch-Hosek
schreibt am 2010-02-11 11:04:58