Ich bin wirklich extrem skeptisch, ob der Vorschlag von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, geschiedenen Eltern die gemeinsame Obsorge staatlich aufzuzwingen, im Kindeswohl ist. Bei den Eltern, die sich halbwegs im Guten scheiden lassen und darum die gemeinsame Obsorge miteinander vereinbaren, bei denen funktioniert dieses Modell ja ohnehin – für die brauchen wir dann keine automatische gemeinsame Obsorge. Kleine Anmerkung dazu: Ich finde es großartig, wenn sich Eltern nach Scheidungen gemeinsam um ihr Kind kümmern. Und das machen immer mehr und das sollten wir unterstützen.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Eltern, die sich bis aufs Blut streiten, mit Zwang verordnen kann, dass sie sich gemeinsam ums Kind kümmern müssen. Denn wo nur Streit vorherrscht, kann doch eine verpflichtende gemeinsame Obsorge nicht gut fürs Kind und damit keine Lösung sein.
Nächste Woche soll bei einer parlamentarischen Enquete ein Diskussionsprozess zum Thema gestartet werden. Ich freue mich aber heute schon über Inputs hier im Web.

Gabriele Heinisch-Hosek
schreibt am 2010-06-16 14:34:02