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Frauen-Leben

Blog der Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst

Nein zur automatischen gemeinsamen Obsorge - freiwillige gemeinsame Obsorge fördern und unterstützen

Gabriele Heinisch-Hosek schreibt am 2010-06-23 21:08:34

Wie in letzter Zeit schon von vielen Menschen betont ist die wichtigste Frage bei der Obsorgeregelung  "Was ist gut fürs Kind?". Ich finde es großartig, wenn sich Eltern nach Scheidungen gemeinsam um ihr Kind kümmern. Diejenigen, die das freiwillig tun, sollten wir daher nach Kräften unterstützen.
Bei der Hälfte aller Scheidungen gelingt das aber nicht. Da gibt es Streit, Konflikte und oft reden die Eltern nicht miteinander. Da haben es die Kinder noch viel schwerer.
Das heißt, wenn sich Eltern bis aufs Blut streiten, möchte ich diese nicht dazu zwingen, sich gemeinsam kümmern zu müssen. Ich will also keine Zwangsbeglückung für die Eltern. Das kann nicht gut fürs Kind sein.
Daher bin ich nach wie vor sehr skeptisch, ob eine automatische gemeinsame Obsorge die Konflikte nicht noch mehr verschärft.
Allerdings könnte ich mir die Einführung einer Abkühlphase nach der Scheidung vorstellen. Danach soll erneut geklärt werden, ob die gemeinsame Obsorge im Sinne des Kindeswohls in Frage kommt.

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