Xenophobe, menschenverachtende und aufhetzerische Aussagen sind seitens der Strache-FPÖ leider nichts Neues. Die neuen FPÖ-Wahlplakate stehen in ebendieser Tradition und sind in ihrer Diktion so abstoßend und widerlich, dass nahezu jede/jeder bei ihrem Anblick an eine satirische Fälschung gedacht hat. Wie eine Nachfrage des Online-Standard bei der FPÖ-Pressestelle ergeben hat, sind sie aber tatsächlich die offiziellen FPÖ-Plakate. Unter dem Slogan „Mehr Mut für unser Wiener Blut“ versucht die FPÖ ihren Spitzenkandidaten, ihre Vision für Wien und ihr Programm für die kommende Wahl zu vermitteln. Moment, Programm? Nein, ein Programm oder konkrete Inhalte sucht man – wie schon bei den FP-Wahlplakaten der letzten Jahre – vergebens. Stattdessen scheinen Straches berühmte „drei Bier“ bei der Auswahl des Slogans nun endgültig den Weg in die Blutbahn gefunden zu haben.
Menschenverachtung, Hasstiraden, Gegeneinander statt Miteinander und das Schüren von Ressentiments: Das ist und bleibt das Programm der FPÖ, das ist die Politik eines H.C. Strache. Davon konnten auch der monatelange Kuschelkurs Straches und sein medial beworbener Ibiza-Urlaub nicht ablenken. Die auf den Plakaten vermittelte Vision, die in erschreckender Weise an das „reine und unverfälschte Blut“ des NS-Regimes erinnert, zeigt Strache einmal mehr und unzweideutig welcher Ideologie er verhaftet ist.
Gegen diese Art der Politik, des gegeneinander Ausspielens und Aufhetzens von Menschen muss immer wieder aufgetreten werden. Daher geht es bei der Wahl am 10. Oktober 2010 nicht nur darum, welche Partei wie viel Mandate erhält. Vielmehr wird die kommende Wahl zu einer Grundsatzentscheidung für jede Wienerin und jeden Wiener, wie sich unsere Stadt weiterentwickeln soll. Macht die Stadt alle Schotten dicht und versinkt sie in selbstgewählter Isolation wie das offenbar H.C. Strache vorschwebt oder bleibt Wien dank einer engagierten und stabilen SPÖ-Regierung die offene, lebenswerte Metropole, in der sich alle Menschen wohl- und zuhausefühlen können. Die Wienerinnen und Wiener werden diese Frage am 10. Oktober mit ihrer Stimme entscheiden. Ich bin mir sicher: Die Menschen lieben ihre Stadt zu sehr, um sie ewig Gestrigen wie Strache zu überlassen.



Siegi Lindenmayr
schreibt am 2010-08-16 15:49:39