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In medias res

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2010-08-26 22:32:06

Gestern hat Renate Brauner gemeinsam mit einigen Key Playern der Wiener Medienpolitik zu einem Pressehintergrundgespräch nach Neu Marx geladen. Thema waren die vielen Aspekte der Wiener Offensive für die Medienbranche. 2/3 aller österreichischen ArbeitnehmerInnen in diesem Bereich haben ihren Job in Wien, und 2/3 der bundesweiten Wertschöpfung haben ihren Ursprung in der Bundeshauptstadt. Grund genug, diese Branche im Umbruch aus wirtschafts-, gesellschafts- und medienpolitischer Sicht zu fördern. Das geschieht auf drei Ebenen:


- Immobilien: In Neu-Marx entsteht mit dem großen Erweiterungsbau des Mediaquarter Marx der mit insgesamt 35.000 Quadratmeter größte Mediencluster des Landes, weitere Flächen – etwa für eine Ansiedelung des ORF – sind zu genüge vorhanden.


- Förderungen: Das Zentrum für Innovation und Technologie der Stadt Wien bietet etwa mit Content Award oder IKT Call ein breites Portfolio an Förderungen für die Branche an. Der große Markterfolg vieler geförderter Projekte gibt den InitiatorInnen mehr als Recht.


- Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung: In enger Kooperation mit der außeruniversitären Forschungseinrichtung Medienhaus Wien wurden in den vergangenen Jahren Vorschläge für Aus- und Weiterbildungsinitiativen im Medienbereich entwickelt. Jetzt ist es soweit. Die Wien Holding hat den Auftrag bekommen, in den kommenden zwei Jahren geeignete Partner bzw. Trägerorganisationen für drei Projekte aufzubauen bzw. zu finden: Für einen Bachelor im technisch-organisatorischen Bereich der Filmberufe, angeboten von einer Wiener Fachhochschule – Das Curriculum dafür ist bereits erarbeitet. Für einen International Master of Media Innovation – Lehrgang in Kooperation mit mehreren internationalen Universitäten bzw. Unternehmen – ein Leuchtturmprojekt für Manager aus der Branche – auch dafür stehen bereits die Lehr-Inhalte. Und für ein Kurs- und Seminarprogramm in einer Weiterbildungseinrichtung für JournalistInnen. Hier soll bis zum nächsten Jahr ein Vorschlag für ein Kursprogramm sowie eine Organisationsstruktur unter großer Einbindung der Branche entstehen.


Ich bin wirklich euphorisch über dieses so breite Paket an Maßnahmen. Ich kann nicht verhehlen, dass ich mich oft schlicht und einfach abgestoßen fühle von der Art, wie in diesem Land “Medienpolitik” betrieben wird – von der Medienkonzentration in Raiffeisen-Hand ganz zu schweigen. Da heben sich unsere Vorhaben ordentlich davon ab.


Ersten medialen Niederschlag hat das Hintergrundgespräch übrigens schon: In der APA und den morgigen Ausgaben der Presse, der Krone und des Standard


Link: http://www.wutzlhofer.net/?p=958

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