Wir wissen zwar bis heute nicht, welche ÖVP- oder FPÖ-Politiker – oder Leute im Umfeld von Wolfgang Schüssel und Jörg Haider – sich am Ankauf der Abfangjäger bereichert hatten, aber erfreulicherweise wird uns vermutlich im kommenden Jahr eine Volksbefragung ins Haus stehen, nein, nicht zu EU-Fragen, sondern eine sinnvolle zur Aussetzung oder Abschaffung der Wehrpflicht. Noch zu überdenken wäre dabei die zukünftige Gestaltung von Sozial- oder Gedenkdiensten, aber auch die Katastrophenhilfe muss weiterhin gewährleistet bleiben. In einem ersten Schritt sollte jedenfalls so rasch wie möglich die Dauer des Zivildienstes – analog zum Wehrdienst – auf sechs Monate herabgesetzt werden.



Siegi Lindenmayr
schreibt am 2010-12-26 15:41:49
Konrad Inzinger
am 2010-12-29 09:31:29
Und bei "Kampf" denke ich... also es geht um den geistigen Kampf - obwohl ich den "Kampf" eigentlich nicht mag. Es ist richtig, dass sich die Bedrohungsszenarien geändert haben und dass wir darauf reagieren müssen - und insofern ist auch die Diskussion um die Wehrpflicht richtig und notwendig. Aber der andere Name für Wehrpflicht war "Präsenzdienst" - das hat was mit Anwesenheit zu tun, mit Anwesenheit in diesem Staat, in dieser Sozietät, der ich angehöre - und für die ich folgerichtig auch mal was tun muß.
Es gibt genug zu tun, nicht bloß beim Militär. Und es gibt keinen Grund, einerseits immerfort nach der Gleichberechtigung der Frau zu plärren und andererseits diese Gleichberechtigung ausgerechnet beim Präsenzdienst zu "vergessen".
JA! - Ich bin zunächst dafür, die Dauer des Zivildienstes jener des Wehrdienstes anzupassen, weil diese Dienste zumindest gleichwertig sind.
Das hat sofort zu geschehen - warum der VfGH sich dieser Ungerechtigkeit nicht schon längst angenommen hat, ahne ich - aber so genau will ich es gar nicht wissen, wenn es wenigstens jetzt geschieht.
JA! - Ich bin dafür, die Wehrpflicht abzuschaffen - ABER ich will an ihrer Stelle einen 6-monatigen Präsenzdienst für Frauen und Männer, der entweder beim Heer oder in einer der zahlreichen Zivildienstmöglichkeiten absolviert wird. Meine Söhne haben beide Zivildienst bei einem Rettungsdienst absolviert - das war sicher genau so hart wie der Militärdienst, aber es hat ihnen Erfahrungen und Wissen eingetragen, auf die sie nicht verzichten wollen - auch nicht um den Preis der "Bequemlichkeit", an die wir ja mit dieser Diskussion unterschwellig appelierten.
Also bitte: Diskutieren wir die Präsenzdienstpflicht an Hand von Alternativen und auch entlang der Frage, was wir bereit sind, für diesen Staat zu tun, weil uns dieser Staat auch etwas gibt.