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Günter Tolar Blog

Zur Erinnerung: Ich bin der ehemalige vom Fernsehen Ich bin der Schriftsteller Ich bin der Schauspieler Ich bin der Schwule und Ich bin zwar schon ein wenig weg vom offiziellen Fenster, wenn ich aber etwas sagen möchte, dann sage ich es hier.

Was ich mir von einer SoHo erwarte!

Günter Tolar schreibt am 2011-01-15 17:16:19

Wahrscheinlich weiß hier gar niemand, wer oder was die SoHo ist. Kein Wunder. Man hört ja auch nichts (mehr) von ihr. "Sozialdemokratie & Homosexualität" - SoHo - eine Vorfeldorganisation der SPÖ, die sich um die Anliegen der Homosexuellen kümmern soll.
Die SoHo war einmal sehr aktiv und höchst erfolgreich, als es um ein Wiener Gleichstellungspaket ging, um die Abschaffung des § 209 und um die Erringung der "Eingetragenen PartnerInnenschaft für Homosexuelle".
Seither ist es still geworden mit der SoHo.
Dabei gäbe es noch viele Themen zu erledigen.
Eines davon war erst unlängst aktuell.
Ein neues Gleichbehandlungsgesetz sollte ins Parlament kommen, das unter anderen auch die Homosexuellen vor Diskriminierung im normalen Alltag schützen soll. Im Ministerrat war das Gesetz vollinhaltlich schon durchgewunken.
Die Ministerin Heinisch-Hosek und die NR-Abgeordnete Gisela Wurm waren die vorbildlichen Antreiber in der Sache.
Im Gleichbehandlungsausschuss des Parlaments (Vorsitzende Gisela Wurm) ist das Gesetz aber gescheitert. Die ÖVP war dagegen. Die Homosexuellen (und andere) sollen wieder rausfliegen.
Heinisch-Hosek und Wurm sind öffentlich sauer.
Begründung der ÖVP: Die EU-Richtlinie ist auch noch nicht da, warum also den Musterschüler spielen.
Stimmt: Die EU-Richtlinie ist aber in Arbeit, kommt demnächst, und dann müssen wir. Warum also nicht gleich?
Sämtliche Homosexuellen-Organisationen haben protestiert,  bedauert, Kommentare abgegeben.
Sämtliche? Die SoHo hat geschwiegen.
Ich habe dort angefragt und vom Vorsitzenden Traschkowitsch zweierlei geerntet:
1. "Verwunderung" (ein Lieblingswort)
2. Die EU-Richtlinie ist noch nicht da...
Die sozialdemokratische SoHo akzeptiert und vertritt also den Standpunkt der ÖVP.
Das ist aus Homosexuellen-Sicht neu.
Die SoHo tut also nicht nur nichts, sie lässt die eigenen GenossInnen (Ministerin und Abgeordnete) und die Homosexuellen im Regen stehen.
Wie ich höre, ist die SoHo neuerdings sehr gut organisiert. Sie hat sogar einen eigenen - von der Partei bezahlten - Sekretär.
Als die SoHo noch erfolgreich und sichtbar und hörbar war, war sie nur ehrenamtlich unterwegs. Aber erfolgreich, sichtbar und hörbar.
Und genau das verlange ich von einer SoHo:
Sichtbares, hörbares und letztendlich erfolgreiches Eintreten für die Interessen der Leute, die sie laut Statuten vertreten sollen.

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