Benutzen Sie die Hilfslinks zum Navigieren in diesem barrierefreien Dokument.

Metanavigation

mundi

Alles über das Thema Hausbesorger!

Frühjahrsputz

Raimund Lehner schreibt am 2007-05-03 08:22:07

Ein Schreiben meinerseits, auch an die Mediensprecher des neuen Stadtrates Michael Ludwig!

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Genossinnen und Genossen, Kolleginnen und Kollegen, Liebe Freunde,

betreff des Artikel http://www.magwien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=020070425016, über den Frühjahrsputz, auch in Gemeindebauten, muss ich mit Befremden folgendes feststellen.

Trotz der stetig steigenden Unzufriedenheit der Bevölkerung in Gemeindebauten und dem Wissen darüber, dass sich die Menschen wieder einen Ansprechpartner vor Ort wünschen, wurde über die noch rd. 2500 vorhandenen HausbesorgerInnen, in diesem Artikel keine positive Erwähnung gemacht.

Ich finde es als Sozialdemokrat bizarr, wenn ein sozial ausgerichteter Stadtrat ML, selbst oder seine Berater bzw. PressesprecherInnen, nicht das geeignete Fingerspitzengefühl entwickeln, zu wissen was das Volk denkt und braucht.

Das Volk will keine Reinigungsfirma, es will die altehrwürdigen HausbesorgerInnen wieder haben. Einen Ansprechpartner vor Ort mit dem man täglich Sorgen besprechen kann, dem man sich anvertrauen kann und der nicht, mit noch so gut gemeint und „super“ ausgebildeten MediatorInnen (Gebietsbetreuungen), wett gemacht werden kann.

Ich schreibe diese paar Zeilen erst jetzt, da ich einige Tage im Spital verbrachte. Und selbst darin habe ich, wie auch allen anderen HausbesorgerInnen angehaftete „Menschlichkeit“ wahrgenommen und meine, auch im selben Spital befindlichen, Mieter (WählerInnen) betreut bzw. besucht. Das ist „Menschlichkeit“, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Wenn ich diese „Menschlichkeit“ von den noch vorhandenen 2526 HausbesorgerInnen hochrechne, kann man sich durchaus ausrechnen, wie viele Menschen (WählerInnen) sich sozial wohlfühlen.

Nun werde ich von den Kolleginnen und Kollegen mit Mails und in verschiedenen Foren im Internet, über diese „Nichtanerkennung“ jener SozialdemokratInnen, sprich HausbesorgerInnen, mit diesem Artikel konfrontiert und bin empört über diese Berichterstattung.

Mit dem Bewusstsein, der Nichtbeachtung dieser Zeilen, weiß ich genauso sicher, dass es wieder Wahlen geben wird, bei der die Sozialdemokratie, weiterhin viele Stimmen verlieren wird. Wieder wird es nach den Wahlen Analysen, Ausschüsse, Tagungen und viele Gespräche über die Verluste in den Gemeindebauten geben. All jene die mit mir persönlich oder via Internet Kontakt haben, sind verlorene „Schafe“ und Schafe sind bekanntlich nicht alleine. Sie alle leben in Familienverbänden und mit schaudern denke ich an den mühseligen hoffnungslosen künftig zu führenden Wahlkampf, wieder werden es nur wenige sein, die zu motivieren sind.
Und wieder wird niemand auf den kleinen Mann hören! Auch die Herabsetzung des Wahlalters wird kaum Linderung der Verluste bringen und kaum jemand der Beschäftigten in den Reinigungsunternehmungen, wird für die Sozialdemokratie sich so engagieren, wie es die HausbesorgerInnen tun.

Mit freundlichen Grüßen
Raimund Lehner

Trackback:

Kommentare

Raimund Lehner am 2007-09-25 08:57:15

Ich gebe dir gerne meinen HB......

Hallo Franz,
ich habe zugewartet und gehofft, dass es mehrere Reaktionen geben wird, ist leider nicht der Fall. So wenig Interesse gibt es seitens der ROTEN. Also ganz gegen deiner Meinung darüber die SP sei ein Nostalgieschwärmer und HB Befürworter. Ich würde das nicht so streng formulieren denke aber, dass du damit deine Unzufriedenheit über diesen HB ausdrücken möchtest, ist auch gut so. Probleme sind da um beseitigt zu werden und genau da kommen wir zum Punkt. Die Institution HB, wenn ich es so sagen darf, ist eine GUTE, dass es innerhalb einer großen Berufsgruppe schwarze Schafe gibt ist so alt wie die Menschheit selbst. Der Hausbesorgerberuf ist ein „Auslagenberuf“ und steht ständig im öffentlichen Mittelpunkt. In anderen Berufen sieht man die schwarzen Schafe nicht und sind bei weitem viel häufiger anzutreffen als bei den HBs. Es liegt offensichtlich in der Natur des Menschen die Dinge völlig falsch anzupacken, so auch bei diesem Beruf. Statt dem Problem auf den Grund zu gehen, schafft man es ab. Auch mit Mithilfe der SP und jetzt erkennt man den Fehler des Abschaffens. Es fehlt ganz einfach die Ansprechperson vor Ort. Das kann auch durch GBs nur teilweise ersetzt werden. Was auch für neue Betreuungsformen es geben wird, sie werden auf alle Fälle teurer werden.

Nun zu deinem HB. Wenn es mit deinem HB Probleme gibt, wieso setzt ihr euch nicht zusammen und beredet eure Wünsche und hört aber auch seine Sorgen und Wünsche an?
Wie du vielleicht aus meiner HP entnommen hast, bin ich in einer sehr großen Wohnhausanlage HB und da gibt es unheimlich viele die so agieren wie du. Seit mittlerweile mehr als 10 Jahren setze ich mich mit der Gruppe aller Mietervertreter der verschiedenen Bauabschnitten zusammen und wenn man offen über alles spricht kommt man auf einen gemeinsamen Nenner. Wie immer und immer wieder steht an derartigen Abenden die „Kohle“ im Mittelpunkt. Die HB verdienen ja so „viel“ und wenn ich dann den MVs Teilbereiche anbiete zu übernehmen, dann kommt zum Schluss heraus, „na um den Bettl moch i des sicher net“. Das Durchschnittseinkommen der HB liegt bei € 600, man darf nicht von den Einzelfällen ausgehen. Ich kann nicht sagen alle Bankangestellten verdienen so viel wie Elsner & Co. Man muss schon differenzierter diese Materie betrachten und die Kirche im Dorf lassen. Mir als HB wurde das gesamt- Packet der Hausbetreuung übergeben, ohne wenn und aber. Ich will auch nicht den Teilbereich der winterliche Reinigung und die damit verbundene Verantwortung übernehmen und wie ich, schon einige Male vor Gericht stehen, weil ein Mieter mit den Hauspatschen niedergefallen ist und sich ein „Körberlgeld“ herausschinden möchte. Kennst du die Menschen, kennst du jene, die aus welchen Gründen auch immer versuchen aus einer Not Kapital zu schlagen und der HB soll, weil er gerade vor Ort ist, das Opfer sein. Man glaubt es nicht auf welche Ideen die Menschen kommen, mit denen wir täglich konfrontiert sind. Da wundert ihr euch warum mancher HB sich verschließt.
Ich kenne HB (nicht eine) die ANGST haben ihre Reinigungen durchzuführen, die Psychisch und Physisch am Ende sind, uns hilft keiner, wie es in anderen Unternehmungen selbstverständlich ist, medizinisch betreut zu werden. Was machst du als HB wenn du beim Putzen die Stiegen runter gestoßen wirst, nicht nur Frauen betreffend auch Männern ist das in unserem Beruf schon passiert. Das Spital macht Meldung, du gibst bekannt wie es passierte, der Mieter wird vorgeladen und bestreitet alles. Aussage gegen Aussage und aus. Aber der HB muss weiter auf engsten Raum mit diesem Mieter leben, der noch mehr aggressiver ist als zuvor. Viele der Betroffenen HB berichten mir bei Stammtischen von Körperlicher Abwehr durch Zittern, wenn sie in diesem Stiegenhaus arbeiten, in dem der besagte Mieter wohnt. Das Hausbesorgersein muss man erleben, um urteilen zu können!
Jene die gegen die Berufsgruppe ihre negativen Meinungen abgeben wissen rein gar nichts von unseren Problemen und Sorgen, daher wäre es aus meiner Sicht wünschenswert miteinander Kontakt aufzunehmen und darüber plaudern. Wenn es „dann“ tatsächlich ein eindeutiges schwarzes Schaf ist, dann weg damit, da bin ich voll dafür.

Zur Nostalgie noch eine Anmerkung. Die Sozialdemokratie ist mit Unterstützung dieser Berufsgruppe zu dem geworden was sie ist. Eine gut durchdachte Organisation die eine direktere Verbindung zum Volk nicht haben könnte als über den Hausbesorger schlecht hin.
Er war immer in den Sektionen verankert und hat die Sorgen des Volkes auf diesem Wege weiter getragen. Bis eines Tages sich der Schlendrian breit gemacht hat und manb geglaubt hat, darauf verzichten zu können. Wobei auch die SP Granden Mitschuld an der Zerstörung dieser Volksverbundenheit hatten. Es kann nicht sein, dass Hausbesorger die ein sehr gutes Einkommen haben sich um die „Hockn“ nicht kümmert, weil er sehr viel Parteiarbeit an sich gerissen hat und dadurch andere arbeiten ließ. Das ist der falsche Weg. Das muss der Partei auch bewusst sein und sollte darauf achten den Betroffenen zu tadeln und nicht auf Teufel komm raus zu decken.
Es nützt der Partei nichts einen Mitarbeiter zu haben, der für die Partei vielleicht ganz gut ist, aber durch sein Fehlverhalten auf der anderen Seite, der Partei tausende Wähler wegnimmt bzw verkrämt.

Fakt ist und wird immer bleiben! „Ein guter Hausbesorger kann durch nichts ersetzt werden“

Wir HB sind ein Spiegelbild der Gesellschaft, so wie ihr sein werdet sind auch wir!
Oder anders ausgedrückt, wie man in den Wald hineinruft, so hallt es zurück.

Ich erlebe das tagtäglich wenn ich mit Menschen kommuniziere. Da gehen sie in der Früh mit einem, sagen wir, angestrengten Gesichtsausdruck außer Haus. Wenn ich ihnen mit einem Lächeln begegne, wird Lächeln zurückkommen, so einfach ist das.

Kommentar für Freischaltung vormerken

create comment form

(1 Kommentare)

» Eintrag kommentieren

sag Deine Meinung!

RSS-feed: www.redbook.at/home/blog/rss2.0/75

Weblogsystem:
redbook