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politik von ihrer besten site

der wutzlhofer.net - blog. eindrücke, ausfälle, pressetexte, reflexionen. alles halt, was so einen politiker zum schreiben bringt...

karl schlögl - ein mann in der falschen partei

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2007-05-21 12:30:27

dass sich der purkersdorfer bürgermeister in aller regelmäßigkeit durch "die SPÖ sollte mit der FPÖ koalieren"-sager aus der vergessenheit retten will, ist eine sache. dass ihm qualitätsmedien dazu immer wieder raum geben, eine andere.

was dem fass aber den boden ausschlägt, ist die tatsache, das karl schlögl in der aktuellen ausgabe von mölzers "zur zeit" ein interview gibt. abgesehen vom inhalt seiner aussagen, die den mann ja in die nähe zu allem möglichem, aber leider nicht zur sozialdemokratie, rücken, muss schon gefragt werden. weiß der ehemalige innenminister der republik nicht, was das für eine zeitschrift ist? weiß er nicht, dass dieses blatt "...das konsequente Eintreten gegen die political correctness, gegen das Prinzip Heuchelei und gegen den linken Tugendterror, der mit der Faschismuskeule unabhängiges Denken und Publizieren verhindern möchte" als aufgabe verfolgt (das zitat stammt aus der laut österreichischem mediengesetz veröffentlichten blattlinie).

"zur zeit" war und ist plattform für revisionisten, wiederbetätiger und nazi-verleugner. so mutiert hitler schon mal zum "großen sozialrevolutionär" (1999), oder artikel enden mit "deutschland erwache" (siehe dazu die ausführungen des dokumentationsarchives des österreichischen widerstandes über "zur zeit" ).

sich dort interviewen lassen, ist schlicht und einfach wahnsinn. ich weiß nicht, was dieser mann in der sozialdemokratie verloren hat.

Link: http://www.wutzlhofer.net

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Kommentare

Friedrich Danko am 2007-05-22 09:19:32

kaum auszudenken...

... wenn der Karli Bundesparteivorsitzender geworden wäre

Ich fürchte er wird uns noch lange mit diversen Rülpsern erhalten bleiben...

Daniel WEBER am 2007-05-22 10:15:40

ein bisschen Objektivität und freier Blick wären angebracht ...

Seine Äußerung war vielleicht unglücklich, aber sollte auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen werden. Im Übrigen: Er ist immer noch einer der beliebtesten Politiker in Österreich ... das tut natürlich einigen weh, oder?

Felix Görner am 2007-05-22 17:44:04

Abgründig

Mir gehts ein bisserl wie dem Klaus Bergmaier. Dass der Schlögl-Karli weniger den Grundsatzorientierten zuzuordnen ist, war mir schon um 1980 klar: er war schon in der SJ der Protagonist jener, für die Fortschritt eher in Beton gegossen war, und musste für die klare Anti-AKW-Haltung der SJÖ überstimmt werden. Seine integrationspolitische Haltung war bekanntermaßen nicht besser - zum Glück gab's im Innenressort einige BeamtInnen, die sich auch gegenüber AsylwerberInnen als helfende ServiceanbieterInnen verstanden. In Sachen Zustimmung zu den Gleichstellungsforderungen der SoHo schließlich war er überraschend offen. Selbstverständlich verlangte das weder ihm noch seinem Ressort besonds viel ab, aber mmerhin kam sofort ein produktiver Kontakt mit dem Menschenrechtsbeirat zustande. Und über seine Purkersdorfer Koalition erzählte er schon nach deren erstmaligem Zustandekommen stolz, wie er mit praktisch allen - inklusive KP - die ÖVP in die Opposition gezwungen hatte.

Nutzt offenbar alles nix, wenn das als beschädigt erlebte Sein (zum Glück zum Rückzug veranlasster Parteivorsitz-Kandidat, spätestens seitdem wohl ein bissi enttäuscht ...) so sehr das Bewusstsein bestimmt, dass er für Profilierungsversuche jetzt nach weltanschaulichen Grenzen auch schon die der Demokratie nicht mehr so genau zu nehmen entschlossen ist.

Umso heftiger muss ich dem Daniel Weber - bewandert u.a. in pädagogischen Sachfragen - widersprechen: für als erfahren anzusehende Personen (da Schlögl-Karli is zwarafuchzg) können und dürfen politische Mandate nicht als Einstiegspraktika dienen. Und die Entwicklungsperspektive - angesichts dieser Entwicklung von relativ Rechts nach irgendwo Rechts? Buah.

Stattdessen ist unsere gemeinsame Aufgabe auch, Akzeptanz und Beliebtheit jener zu unterstützen, deren Positionen und Arbeit das verdienen. Einschließlich - gezielter, interner - Kritik und der Einladung, dafür offen zu sein, auch wenns manchmal weh tut.

Schorsch Brockmeyer am 2007-05-23 12:11:36

freier Blick?

bei nazis hört es sich auf. der schlögel reiht sich damit - und nicht erst seit heute - bei denjenigen ein, die das rechte und rechtsextreme lager salonfähig machen. und genau da hört sich der "spaß" für sozialdemokraten auf: wir haben nationalismus, antisemitismus und rassismus als menschenverachtende, grausame ideologie und praxis bekämpft seit die sozialdemokratie besteht.
nicht wenige haben ihr leben gelassen dafür. auch wenn das pathetisch erscheinen mag.

zum thema beliebtester politiker: das ist und kann kein thema sein. haider gehört in kärnten auch zu den beliebtesten. und populismus ist noch keine demokratie!

(4 Kommentare)