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der wutzlhofer.net - blog. eindrücke, ausfälle, pressetexte, reflexionen. alles halt, was so einen politiker zum schreiben bringt...

skurril: schwarz-grüner flusskrebs-verschwörungs-skandal!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2008-09-03 16:36:21

ein erlebnis der anderen art hatten gestern alle teilnehmerInnen des von der övp und den grünen einträchtig beantragten zusätzlichen umwelt-ausschusses des wr. gemeinderats. der ist unter ausschluss der öffentlichkeit (besser so), daher berichte ich hier.

aufgrund eines profil-berichtes über einen professor der meduni wien (hr. prof knasmüller), der vor 9 jahren (!) eine studie über das wasser in donau und donaukanal gemacht hat, witterten sie einen skandal: knasmüller habe, wie er nun fast ein jahrzehnt später den bürgermeister informiert (und geld für eine weitere studie fordert...) krebserregende stoffe ("heterozyklische aromatische amine") im donaukanal gefunden. die stadt habe nicht reagiert und die bevölkerung über die dräuende gefahr nicht informiert. hmm. im ausschuss konnte ich miterleben, mit welchen völlig obskuren argumenten die top-informierten gemeinderäte maresch (g) und stiftner (vp) auf die fakten reagierten, die ihre falschen anschuldigungen wie ein kartenhaus zusammenbrechen ließen:

faktum: die meduni wien distanzierte sich von knasmüller und seinen methoden, weil seine studie "keine toxikologischen schlüsse" zulässt. reaktion maresch: die meduni ist doch von der stadt wien gekauft!

faktum: die stadt wien hat den verdacht knasmüllers ernst genommen und ein - vom umweltbundesamt (uba) anerkanntes und staatlich beeidetes - institut mit der überprüfung beauftragt (ergebnis: keine solche stoffe nachweisbar). reaktion: die methode dieses institutes (die auf der ganzen welt für messungen herangezogene schöpf-probe entspricht dem state of the art, wie uns expertInnen des uba erläuterten) ist doch schlecht....

faktum: info von der prokuristin des uba "die methode knasmüller ist wissenschaftlich legitim, aber man kann mit ihr nur eine spurensuche machen und keine quantitativen aussagen über menge und gefahr durch bestimmte stoffe machen - das geht nur mit der schöpfprobe". reaktion: warum hat die stadt knasmüller nicht beauftragt, um mit seiner methode aussagen über menge und gefahr der stoffe zu machen, sondern verwendet schon wieder diese schöpfprobe? das ist doch ein skandal! aber klar doch: die haben verstanden, wo der hase läuft! köpfchen muss man haben!

faktum: knasmüller hat mit seiner methode (ein angereicherter wattebausch wird 24 stunden ins wasser gehängt und nachher überprüft), nachdem ca. soviel wasser wie von enns nach wien die donau entlang fließt diese stoffe gefunden: und zwar - am wattebausch - so viel wie in einer zigarette vorhanden ist. nach 24 stunden anreicherung mit millionen liter wasser! reaktion stiftner: "das ist doch ein skandal! warum wurde die bevölkerung nicht über diese große gefahr informiert?" aber panikmache aus wahlkampfgründen ist das sicher nicht, oder?

...und so weiter. es ist eine derartig peinliche inszenierung gewesen. für ein bisschen aufmerksamkeit ist dem superschlauen dream team maresch-stiftner die wahrheit dann doch nicht so wichtig. schwarz-grün ist wirklich eine allianz des grauens.

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